marketVote fängt die Stimmung am deutschen Aktienmarkt ein.

Aufwärts beim DAX, abwärts bei den Zinsen (13.07.2011)

Wie gewonnen, so zerronnen. Ebenso schnell wie es Ende Juni mit dem deutschen Aktienindex nach oben ging, fiel der DAX in den letzten Tagen wieder nach unten. Gestern wurden die 7000 Punkte kurzzeitig unterschritten.
Trotzdem - oder gerade deshalb - sind viele der Befragten optimistisch für die weitere Entwicklung am deutschen Aktienmarkt. 57 % der Befragten gehen davon aus, dass der DAX in den nächsten drei Monaten höher steht als heute (Abbildung rechts).

Der eigene Optimismus bzgl. des Aktienmarktes hat gegenüber der letzten Befragung deutlich zugenommen. 67 % der Befragten sind optimistisch gestimmt und beschreiben ihre eigene Lage als zuversichtlich (Abbildung links) . Daher sieht es so aus, dass die starke Abwärtsbewegung einige Marktteilnehmer veranlasst hat, die günstigeren Kurse zum Einstieg zu nutzen.
Kritische Stimmen überwiegen nur, wenn es darum geht, den deutschen Aktienmarkt zu beschreiben - und nicht die eigene Stimungslage. Die meisten Teilnehmer (86 %) sagen, dass der Markt, d. h. alle Marktteilnehmer in Deutschland vorsichtig agieren, besorgt und skeptisch sind. Bei der Befragung in der Vorwoche gaben nur 50 % der Befragten an, dass der Markt sich in einer kritischen Lage befindet.
Äußerst spannend stellt sich die Lage am Zinsmarkt dar. Seitdem die Umlaufrendite im April mit 3,23 ihr zwischenzeitliches Hoch erreicht hatte, führte der Weg der Umlaufrendite stetig nach unten. Gestern wurde die Umlaufrendite mit einem Wert von 2,57 festgestellt.

Dieser Abwärtstrend wird von den meisten Befragten fortgeschrieben. 57 % der Befragten gehen davon aus, dass die Zinsen in den nächsten drei Monaten weiter fallen werden (Abbildung rechts).
Dies gilt auch, fragt man nach der langfristigen Entwicklung der Umlaufrendite. Wenn marketVote danach fragt, wie die Zinsen in einem Jahr stehen werden, gehen auch 57 % der Befragten davon aus, dass die Zinsen niedriger sein werden. Bemerkenswert ist, dass die meisten Befragten in der Vorwoche noch davon ausgegangen, dass die Zinsen steigen werden. Der errechnete Mittelwert liegt nun auch nicht mehr bei 60 Punkten sondern bei 40 Punkten und damit unterhalb des mittleren Wertes von 50 Punkten, der für ein ausgeglichenes Verhältnis von fallenden und steigenden Erwartungen steht.

Obwohl die Leitzinsen in der Eurozone in der letzten Zeit schon zweimal angehoben wurden, scheinen die Themen Inflation und Konjunkturoptimismus am Anleihemarkt kein Thema mehr zu sein. Die Inflationsrate stagniert bei gut zwei Prozent und der Ifo-Geschäftsklimaindex tendiert auf hohem Niveau seitwärts.
Die Verschuldungskrise hat nun auch Italien erreicht und zudem hat gestern Moody's das Rating für Irlands Staatsanleihen um eine weitere Stufe herabgesetzt. Die Begriffe Nord-Euro und Süd-Euro fallen immer häufiger.
Deutschland wird als sicherer Hafen gesucht. Deutsche Anleihen werden gekauft, was zu dazu führt, dass die Kurse der Anleihen steigen und die Renditen fallen. Die meisten Befragen und Marktteilnehmer gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird.






