Zinsen könnten weiter fallen - Sentimentumfrage zur Umlaufrendite

18.01.2012: Deutschland geht gestärkt aus der Bewertungsrunde von S&P hervor. Die neuste Sentimentumfrage zeigt, dass die Zinsen weiter fallen. Dies erwarten jedenfalls mehr befragte Marktteilnehmer als in der Woche zuvor.

Der DAX hat sich in den letzten Tagen sehr gut geschlagen. Im Vergleich zu letzten Dienstag legte er rund 2,6 % zu. Dies ist umso erstaunlicher, da die Nachrichten keineswegs positiv waren. Die Ratingagentur S&P senkte die Kreditwürdigkeit von Frankreich, Spanien, Portugal und weiteren europäischen Ländern.

Frankreich verlor erstmals die bestmögliche Note AAA bei S&P. Die Abstufung von Frankreich war eine Abwertung mit Ansage, denn schließlich "verlor" Frankreich seine Top-Bewertung schon einmal für gut anderthalb Stunden aufgrund einer Fehlmeldung von S&P (vgl. 'Börsenstimmung kaum verändert - in Frankreich steigen die Zinsen', November 2011). Zudem verlor am Montag auch der europäische Rettungsschirm EFSF die AAA-Bonitätsbewertung im Hause S&P.

Deutschland konnte seine Topbewertung behalten. Auch der Ausblick von S&P für Deutschland fiel positiv aus, sodass Deutschland nicht befürchten muss, in Zukunft seine AAA-Bewertung bei S&P zu verlieren. Deutschland geht gestärkt aus dieser Neubewertung hervor. Dieses Ereignis verstärkte den Run auf deutsche Staatsanleihen. Die Umlaufrendite fiel auf ein neues Rekordtief bei 1,64%.

Sentiment Zinsprognose UmlaufrenditeUnd auch das Sentiment für die Zinsen fiel. Die Frage nach der Umlaufrendite in drei Monaten wurde durchschnittlich negativer beantwortet als in der Vorwoche. Das Sentiment für die Umlaufrendite in drei Monaten ist gefallen und liegt aktuell bei 45 Punkten. In der Vorwoche lag der Wert noch bei 60 Punkten (vgl. Abbildung).

Positive Signale kommen von der konjunkturellen Sentimentumfrage des ZEW. Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland stiegen überraschend an. Gestern präsentierte das ZEW die neuesten Zahlen seiner Konjunkturumfrage. Nachdem die Konjunkturerwartungen für Deutschland in der letzten Umfrage des ZEW nahe dem Allzeittief gelegen haben (vgl. 'Ifo-Geschäftsklima und ZEW-Konjunkturerwartungen', Dez. 2011), sind die Erwartungen nun wieder gestiegen.

Der Indikator stieg um gut 32 Punkte und liegt mit minus 21 Punkten weiterhin im negativen Bereich. Dieses Ergebnis spricht gegen einen deutlichen Konjunktureinbruch, wie er einigen befürchtet wird.

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