Sentimentanalyse: Wochenbericht 07. September 2011

Beispiel für einen Wochenbericht

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Insgesamt hat sich das Sentiment und die Börsenstimmung leicht verschlechtert. Im Einzelnen tendieren die meisten Indikatoren seitwärts: die Erwartung für den DAX in einem Jahr, Marktstimmung oder die Zufriedenheit mit der eigenen Performance im letzten Jahr.

Aufällig ist jedoch, dass die Erwartung der befragten Marktteilnehmer für den DAX in drei Monaten deutlich gefallen ist. Gingen in der Vorwoche die meisten Umfrageteilnehmer von höheren Kursen aus, existieren heute zwei gleichgroße Lager: die eine Hälfte der Befragten meint, dass der DAX in drei Monaten höher steht als heute, die andere Hälfte schätzt, dass der DAX tiefer steht als heute.

Wochenschlusskurse
Im Wochenvergleich von Dienstag zu Dienstag fiel der DAX in der vergangenen Woche von rund 5650 auf knapp 5200 Punkte am gestrigen Abend (06.09.2011).

Damit hat der DAX von seinem Top mehr als 30% verloren.

Sentiment - DAX in 3 Monaten
Mit dem Rückgang in der letzten Woche hat sich auch die mittelfristige Erwartung der befragten Marktteilnehmer verschlechtert. In der vergangenen Woche glaubte noch die Mehrheit der befragten Marktteilnehmer an die Fortsetzung einer Konsolidierung.

Heute schätzt die Hälfte der Befragten ein, dass der Markt weiter fällt. Der errechnete Wert für diesen Indikator liegt heute bei 42 Punkten (Skala von 0 bis 100).

Sentiment - DAX in einem Jahr
Langfristig geht es jedoch wieder aufwärts -  das meinen die meisten Umfragteilnehmer schon seit einigen Wochen. Der erreichnet Wert für diesen Sentimentindikator liegt bei 71 von 100 Punkten. 67% der Befragten gehen davon aus, dass wir in einem Jahr höhere Kurse sehen als heute.

Dies spricht, dafür, dass immer noch Optimismus im Markt vorhanden ist.

Sentiment -  Einschätzung der Unternehmensbewertung
Obwohl dieser Indikator auf einen Wert von knapp 35 Punkten angestiegen ist, sind die meisten Befragten (67%) weiterhin der Ansicht, dass DAX-Unternehmen unterbewertet sind. Die schlechten Konjunkturaussichten werden offenbar nicht als dramatisch eingeschätzt.

Die Befragten gehen nicht davon aus, dass die Gewinne der Unternehmen im DAX deutlich sinken werden.

>> zum Thema: Bericht vom 11.01.2012

Sentiment - eigene Stimmungslage
Die Marktstimmung bleibt weiterhin negativ. Zwar sind ein Drittel der Befragten zuversichtlich gestimmt. Zwei Drittel bezeichnen ihre eigene Stimmung jedoch als vorsichtig, skeptisch oder besorgt.

Insgesamt bleibt dieser Indikator trotz der Kursrückgänge in der vergangenen Woche auf niedrigem Niveau stabil.

Sentiment - Zufriedenheit mit Depotentwicklung
Die Zufriedenheit mit der aktuellen Performance ist von gut minus 30 Punkten auf minus 10 Punkte angestiegen. Damit stellt sich dieser Indikator deutlich positiver als in der letzten Woche dar. Schnäppchenjäger waren vermutlich auch unter den Befragten. Vermutlich haben Sie auch Gewinne gemacht, sonst wäre der Indikator nicht gestiegen.

Aufgrund der negativen Stimmungslage (vgl. Marktstimmung) ist jedoch davon auszugehen, dass sie ihre Gewinne schnell wieder realisiert haben. Daher ist nicht davon auszugehen, das die Schnäppchenjäger den Markt stabilisiert haben. 

Umlaufrendite
Die Zinsen fallen tiefer und tiefer. Die Umlaufrendite wurde gestern mit 1,97 festgestellt. So niedrige Zinsen hat Deutschland noch nie gesehen. Auch die Staatsanleiten anderer Länder, bspw. USA, Großbritannien und der Schweiz fallen unerbittlich.

Wie schlimm muss die Lage von Investoren auf der ganzen Welt eingeschätzt werden, wenn alles Geld bei so geringen Zinssätzen weiterhin in Anleihen fließt?

Sentiment Umlaufrendite in 1 Jahr
Die fallenden Zinsen scheinen nun auch von allen befragten Marktteilnehmern realisiert worden sein. In der vergangenen Woche ging eine deutlicher Mehrheit noch von steigenden Zinsen aus.

Die aktuelle Befragung hat ergeben, dass jeweils 50% der Befragten langfristig steigenden bzw. fallenden Zinsen erwarten.