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16.11.2011: Zurzeit tendiert der DAX seitwärts. Die Renditen französicher Staatsanleihen beginnen zu steigen. Die Achse zwischen Deutschland und Frankreich könnte instabil werden.
Betrachtet man den DAX der vergangenen zwei Wochen, zeigt sich der deutsche Aktienmarkt in einer Seitwärtsbewegung. Dabei war die Schwankungsbreite beim DAX im November nicht sonderlich hoch - wenn immer wieder zu hören ist, dass die Volatilität momentan besonders stark ist. Die Börsenstimmung hat sich im Vergleich zur letzen Woche kaum verändert.
Griechenland und Italien haben schnell neue Ministerpräsidenten ernannt. So bleibt die Handlungsfähigkeit in der Eurozone erhalten. Am Donnerstag vergangener Woche verlor Frankreich sein AAA bei der Ratingagentur Standard & Poor's - für gut anderthalb Stunden. Später sprach S&P von einer Irrtum. Gestern kletterten die Renditen für französische Staatsanleiten auf Rekordhöhen (rund 3,6% für zehnjährige französische Staatsanleiten). Ich frage mich, ob der Irrtum bei Standard & Poor's nicht demnächst als offizielle Nachricht präsentiert wird.
Hingegen bleiben die deutschen Zinsen auf Rekordtief. Die Umlaufrendite wurde für Montag mit 1,82% festgestellt. Die deutsch-französischen Achse, welche die wichtigste Brücke in der Europäischen Union darstellt, wird mit steigenden Zinsen in Frankreich in Frage gestellt.
Je größer die Differenz zwischen französischen und deutschen Anleihekursen, desto brüchiger wird die Achse zwischen Deutschland und Frankreich.

Die Befragung zur Zinsentwicklung in Deutschland hat ergeben, dass die meisten befragten Marktteilnehmer langfristig von steigen Zinsen ausgehen. Jedoch ist diese Zinserwartung nicht besonders stark ausgeprägt. Angesichts von immer größer werdenden Sorgen um die konjunkturelle Entwicklung, kann auch nicht von einer steigenden Inflation ausgegangen werden.
Wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) gestern mitteilte, sind die Konjunkturerwartungen für Deutschland abermals gefallen. Der ZEW-Indikator fiel damit zum neuten Mal hintereinander. Die Erwartungen für die Konjunktur in Deutschland sind schlecht.
ZEW-Präsident Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Franz kommentierte das Ergebnis folgendermaßen: "Der Welthandel schwächt sich ab und die Schuldenproblematik im Euroraum und in den Vereinigten Staaten legt sich wie Mehltau auf die Konjunktur. Diese Risiken könnten noch gewichtiger werden, was das Wachstum in Deutschland weiter beeinträchtigen dürfte" (vgl. ZEW >>).
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