Blog zum Marktsentiment

01.08.2012: Die meisten Marktteilnehmer prognostizieren steigende Zinsen. Die Aussagen von Draghi, Merkel und Hollande lassen genau das erwarten.

Die Umlaufrendite wurde für gestern mit 1,18% festgestellt. Sie konnte sich damit stabilisieren. Kaum einer der befragten Marktteilnehmer sieht allerdings weiter fallende Zinsen. Ganz im Gegenteil! Aufgrund der Äußerungen von EZB-Chef Mario Draghi - vgl. faz.net - ist von wieder steigenden Zinsen auszugehen.

Und auch Merkel und Hollande stießen in das gleiche Horn. "Deutschland und Frankreich sind der Integrität der Euro-Zone zutiefst verpflichtet. Wir sind entschlossen, alles zu tun, um die Euro-Zone zu schützen", hieß es in einer am Freitag verbreiteten Erklärung - vgl. Süddeutsche . Dies weist den Weg zu einer Vergemeinschaftung der Schulden. Daher ist es nur verständlich, wenn die befragten Marktteilnehmer von steigenden Zinsen ausgehen.

Auf Sicht von drei Monaten nimmt die Erwartung auf steigende Zinsen weiter zu. Der Indikator hat aktuell einen Wert von knapp 72 Punkten. 75% erwarten steigenden Zinsen. 25% der befragten Umfrageteilnehmer prognostizieren, dass die Zinsen in den nächsten Monaten auf dem derzeitigen Niveau verharren.

Nicht zuletzt dürfte auch Ausblick von Moody's in der Vorwoche eine Rolle spielen, von steigenden Zinsen auszugehen.

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25.07.2012: Die Ebbinghaus-Illusion ist eine gute Erklärung, warum der negative Ausblick von Moody's keine Marktreaktion auslöste.

Am Montag nach Börsenschluss passte die Ratingagentur Moody's den Ausblick für Deutschland auf negativ an. Laut Finanzweblog begründete Moody's diesen Schritt mit den aktuellen Unsicherheiten im europäischen Raum. Hauptursache sei Griechenland, deren Austritt aus der Eurozone immer wahrscheinlicher wird.

Trotzdem hat die Meldung wenig Reaktionen am deutschen Aktienmarkt ausgelöst. Ein Blick auf folgendes Phänomen erklärt die ausgebliebene negative Marktreaktion.

Was glauben Sie? Welcher orangene Kreis ist kleiner?

Ebbinghaus Illusion
Zu sehen ist die sogenannte Ebbinghaus-Illusion (manchmal auch 'Tichener Kreise' genannt). Ein Phänomen, das der Psychologe Herrmann Ebbinghaus bereits im 19. Jahrhundert entdeckte. Von den meisten Menschen wird der linke orange Kreis kleiner eingeschätzt. Fakt ist jedoch, dass beide orangenen Kreise gleich groß sind. Wenn Sie es nicht glauben, nehmen Sie ein Lineal und messen nach.

Diese Wahrnehmungstäuschung erscheint, weil Menschen den orangenen Kreis automatisch ins Verhältnis mit den blauen Kreisen setzen.

Das gleiche Phänomen erscheint, wenn Marktteilnehmer aktuelle Nachrichten einordnen. Sie werden immer mit den schon vorhandenen Meldungen verglichen. Stellen Sie sich vor, die großen blauen Kreise in der linken Abbildung stehen für negative Nachrichten von großem Gewicht - wie sie aktuell auch zu beobachten sind. 'Angst vor dem Bank-Run', 'Spanier pfeifen auf letztem Loch', 'Europa am Scheideweg', 'Libor-Skandal' sind alles Titelzeilen aus dem Handelsblatt der letzten Wochen.

Moody's Meldung, den Ausblick für Deutschland auf negativ zu senken, traf also auf ein Nachrichtenumfeld, in dem negative Meldungen schon im Überfluss vorhanden waren. Der Markt schätzte diese Nachricht als wenig gravierend ein und reagierte daher kaum auf diese Meldung. Eine weitere negative Nachricht wird analog des linken orangenen Kreises als unentscheidend eingestuft.

Stellen Sie sich weiterhin vor, die kleinen blauen Kreise in der rechten Abbildung stehen für neutrale Nachrichten in den vergangenen Wochen, was zugegebenermaßen momentan wenig realistisch ist. Wäre genau dieselbe Meldung von Moody's auf ein neutrales Nachrichtenumfeld gestoßen, wäre die Reaktion des Marktes auch negativer ausgefallen. Der orangene Kreis wirkt hier eindeutig größer.

Marktreaktionen auf Nachrichten sind immer Einschätzungen im Licht der bereits vorhandenen Meldungen. Weitere "normal-negative" Meldungen dürften daher wenig an der Sommerflaute ändern.

18.08.2012: Die meisten Ergebnisse der aktuellen Sentiment-Umfrage sprechen für ein Sommerloch am Aktienmarkt. Doch die Stimmung zeigt auch Gefahrenpotenzial. Im Sommerloch oder schon auf dem Sprung. Wo stehen Sie?

Das Sentiment auf marketVote tendiert seitwärts, hat aber eine leicht negative Tendenz. Im Vergleich zur Vorwoche haben sich die Umfragedaten nur geringfügig verändert. Beispielsweise lag die Erwartung für drei Monate in der letzten Woche bei rund 43 Punkten. Heute liegt der Wert bei rund 41 Punkten. Auch andere Sentiment-Indikatoren tendieren seitwärts.

Das ZEW veröffentliche gestern seine Konjunkturerwartungen. Zwar schreibt das ZEW, dass es sich bei den neuesten Daten um den dritten Rückgang in Folge handelt. Ich sehe jedoch eher eine Seitwärtsbewegung, denn die Konjunkturerwartungen fielen von rund -17 auf knapp -20 Punkte - also nur um drei Punkte. Diese Daten sprechen für das Sommerloch. Auch die nicht stattgefundene Reaktion auf diese Daten am deutschen Aktienmarkt spricht für die Sommerloch-These.
Stimmung Börse
Einen kleinen Wermutstropfen zeigen die Sentimentdaten jedoch an. Auffällige Ergebnisse zeigt der Indikator zur eigenen Stimmungslage. 75 Prozent der befragten Marktteilnehmer schätzen ihre eigene Stimmung zur Börsenlage in Deutschland pessimistisch ein. Da die Erwartungen neutral sind und die Stimmung negativ, drängt sich mir die Frage auf: Sind einige Börsianer möglicherweise auf dem Sprung, das Schiff schnell zu verlassen, wenn es beginnt zu sinken? Ein plötzlicher und deutlicher Einbruch könnte die Folge sein.

Im Sommerloch oder schon auf dem Sprung. Wo stehen Sie?

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11.07.2012: Der kurzfristige Trend beim DAX zeigt nach oben. Das Sentiment hingegen ist leicht negativ. Hieran lässt sich gut das Phänomen der Kognitiven Dissonanz erklären. Sie ist kein guter Ratgeber für Entscheidungen an der Börse.

Trotz des Rückgangs in den vergangenen Tagen hat der DAX seit Anfang Juni gut 7% zugelegt. Der Trend in den letzen fünf Wochen zeigt aufwärts.

Das Sentiment zum DAX zeigt allerdings ein anderes Bild. Wie auch schon in der vergangenen Woche erwarten die befragten Marktteilnehmer auf Sicht von beispielsweise drei Monaten leicht fallende Kurse. Der Indikator liegt aktuell bei 43 Punkten (vgl. Chart)

Zum einen zeigt der kurzfristige Trend nach oben, zum anderen deutet das Sentiment sinkende Kurse an. Hier zeigt sich eine Diskrepanz. Psychologen sprechen von Kognitiver Dissonanz. Sie ist gegeben, wenn zwei sich widersprechenden Meinungen bei einer Person vorhanden sind. Der Zustand ist unangenehm. Daher neigen Menschen dazu, diesen Zustand zu reduzieren. 

Es gibt zwei Möglichkeiten, kognitive Dissonanz aufzulösen.

Erstens kann ein Anleger seine Meinungen so ändern, dass aus dem Widerspruch ein harmonischer Gleichklang wird. Zum Beispiel sagt er sich, dass es sich bei dem aktuellen Trend um eine kurzfristige Konsolidierung in einem Abwärtstrend handelt. Damit würden bei ihm Trend und Sentiment harmonisch im Einklang stehen. Ein angenehmer Zustand.

Zweitens könnte er weitere Meinungselemente hinzunehmen, die das innere Gesamtbild harmonisch werden lassen. Ein drittes Element könnte die Aussage eines Experten sein. Unlängst prophezeite bspw. Nouriel Roubini in einem Handelsblatt-Interview ein Platzen des Euro in drei bis sechs Monate. Fügen der Anleger dieses Element seinem Meinungsgebilde hinzu, kippt es in eine Richtung. Das Ergebnis: Er ist mit der Welt wieder im Einklang. Möglicherweise entscheidet er sich genau dann, an der Börse zu handeln.

Die Ursache für Ihre Entscheidung war vielleicht nicht die Suche nach objektiven Informationen, sondern nur der Wunsch, einen unangenehmen Zustand zu beenden. Daher entscheidet man sich lieber für die eine oder andere Richtung, statt die Diskrepanz zu akzeptieren und auf weitere objektive Daten zu warten.

Achten Sie also darauf keine Entscheidungen an der Börse zu treffen, nur weil Sie ein ungutes Gefühl haben.  

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04.07.2012: Trotz kurzfristiger Hoffnungen auf eine Senkung der Leitzinsen trauen die Umfrageteilnehmer auf marketVote dem Anstieg beim DAX nicht. Einkaufsmanagerindex für die Eurozone fällt.

Der DAX hat in den vergangenen sieben Tagen deutlich zugelegt. Zuerst wurden die Ergebnisse des EU-Gipfels gefeiert. Jetzt hofft man kurzfristig auf eine Leitzinssenkung.

Aber die Konjunktur schwächelt. Der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone fällt auf ein Drei-Jahres-Tief. Wie das Marktforschungsinstitut Markit heute mitteilt, fällt der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone auf einen Wert von 46,4 Punkten (finale Daten). Der Wert bleibt damit unterhalb der neutralen Marke von 50 Punkten. Der Einkaufsmanagerindex bestätigt die Ergebnisse der Konjunkturumfragen für die deutsche Wirtschaft der deutschen Institute Ifo, ZEW und GfK. Auch sie meldeten in den letzten Wochen fallenden Konjunkturerwartungen von Managern, Finanzmarktexperten und Konsumenten.

Die Hoffnungen für einen weiteren Anstieg beim DAX liegen kurzfrsitig auf einer Senkung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank (EZB), die am morgigen Donnerstag tagt. Laut der FTD-Zinsumfrage vom 02.07.2012 rechnet eine klare Mehrheit der Chefökonomen von gut 30 Banken bei der Sitzung der EZB mit einer Zinssenkung. Drei Viertel der Bankenvolkswirte erwarten eine Senkung der Leitzinsen auf 0,75 oder 0,5 Prozent. In Erwartung einer Senkung der Leitzinsen legte der DAX in den letzten Tagen zu.

Doch die Prognosen auf marketVote für den DAX führen genau in die entgegengesetzte Richtung: Die Erwartungen für den DAX in drei Monaten fallen und deuten nicht auf einen weiteren Anstieg hin. 57% der Umfrageteilnehmer prognostizieren in der aktuellen Umfrage einen tieferen DAX in den nächsten Monaten.

Offensichtlich sind viele Befragte misstrauisch gegenüber dem unerwarteten Anstieg beim DAX. Sie glauben mittelfrisitg kaum an stimulierende Effekte durch eine Senkung der Leitzinsen. Vielmehr scheint ihre Entscheidungsgrundlage, die sich abschwächende Konjunktur zu sein. In der Konsequenz bedeutet das, sich momentan von deutschen Aktien fernzuhalten.

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27.06.2012: Eurobonds bzw. eine gesamtschuldnerische Haftung werde es nicht geben, 'solange ich lebe', sagte Frau Merkel am Dienstag (vgl. Spiegel Online) . Was bezweckt Sie damit? Ist das Ende der Regierung Merkel nah?

Da sind Frau Merkel wohl die Pferde durchgegangen. Was treibt einen Menschen zu solcher einer Aussage? Was steckt hinter solcher einer Aussage? Dünnhäutigkeit, ein angeschlagener Selbstwert und die unbewusste Erkenntnis, dass Verhandlungsgeschick, indirekte Drohungen und Kompromisse nicht zum gewünschten Erfolg führten.

Lenk Sentiment LeiterAus der Behavioral Finance wissen wir, dass sich Menschen durch Verluste zu riskanteren Handlungen neigen. Beim Fußball ist es ganz einfach. Wer in der 80. Minute 1:0 hinten liegt, muss mehr riskieren, um zu gewinnen. Offenbar sieht sich Frau Merkel in der gleichen Lage.

Frau Merkel steht mit dem Rücken zur Wand. Nun baut sie kurz vor dem EU-Gipfel am 28./29. Juni eine unüberwindbare Mauer auf, die nur noch eine Lösung ermöglicht. Entweder Du oder ich. Ist dies das Ende der Regierung Merkel?

Frau Merkel will ihre Position durchsetzen. Doch den Kampf gegen Europa kann sie nicht gewinnen. "Solange ich lebe" . Dieser Satz wird in die Geschichtsbücher eingehen, sollte Frau Merkel in den nächsten Wochen scheitern.

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20.06.2012: Das Sentiment zum DAX ist wie in der Vorwoche ausgeglichen. Der deutliche Rückgang der Konjunkturerwartungen des ZEW spricht für einen Rückgang beim DAX.

DAX auf WochenbasisDas Sentiment für den DAX bleibt insgesamt unentschieden. Wie schon in der Vorwoche glaubt in etwa die Hälfte der Umfrageteilnehmer auf marketVote an eine mittelfristige Fortsetzung der aktuellen Aufwärtsbewegung. Die anderen Teilnehmer prognostizieren genau das Gegenteil. Sie erwarten fallende Kurse in den nächsten Monaten, da sie die Aufwärtsbewegung der letzten Tage nur als eine Konsolidierung in einem übergeordneten Abwärtstrend interpretieren. Das Sentiment zeigt also keine Extremwerte an und bringt momentan keine neuen Erkentnisse.

Dagegen hilft ein Blick auf das Sentiment zur Konjunkturentwicklung weiter. Gestern veröffentlichte das ZEW seine Umfragewerte zur Konjunkturerwartung. Diese fielen mit minus 16,9 Punkten eindeutig negativ aus. Wie das ZEW mitteilt, handelt es sich um den stärksten Rückgang des Indikators seit Oktober 1998. Im Vormonat gingen die befragten Finanzmarktexperten noch von einer leichten Steigerung der Konjunktur aus (vgl. Abb. unten).

Konjunkturerwartungen ZEWWas hat das mit dem DAX zu tun? Um den Zusammenhang von ZEW-Konjunkturerwartungen und DAX zu zeigen, habe ich beide Zeitreihen übereinandergestellt. Die Charts zeigen die Entwicklung der letzen zehn Monate. Ein augenscheinlicher Zusammenhang ist deutlich zu erkennen. Fällt der ZEW-Index (monatliche Erhebung), so fällt auch der DAX - dies gilt zumindest für diesen kurzen Zeitraum.

Die Frage ist nun, ob die Konjunkturerwartungen weiter fallen werden. Morgen, am 22.06.2012 folgt die Umfrage des Ifo-Instituts. Wird der Geschäftsklima-Index die negativen Konjunkturerwartungen der ZEW-Experten bestätigen? Sollte dies der Fall sein, kann es auch beim DAX zu deutlich fallenden Kursen kommen. 

13.06.2011: Vor uns liegt die Richtungsentscheidung in Griechenland. Der Ausgang ist ungewiss. Was erwarten Sie?

Obwohl ein Sieg des linken Parteienbündnisses häufig als das Ende Europas dargestellt wird, sagt ihr Anführer Tsipras in einem Interview auf Stern.de : "Wir müssen zur Ausgabe von Euro-Bonds schreiten." Ist das sein wahres Ziel?

Wir wissen es nicht. Wir kennen aber unsere eigenen Ziele und Erwartungen. An der Börse ist es immer sinnvoll, nach vorn zu schauen. Die Erwartungen bestimmen die Kurse, denn Sie stehen im Mittelpunkt von Meinungen und Entscheidungen.

Kursrelevante Nachrichten werden im Licht der Erwartungen eingeordnet. Wer auf einen Verbleib Griechenlands im Euroverbund spekuliert - möglicherweise daher auf steigende Kurse setzt - wird gerne hören, wenn Tsipras weiterhin sagt: "Am Tag nach unserer Wahl werden sich alle, die heute damit drohen, Griechenland keine Kredite mehr zu geben, wenn das Sparprogramm eingestellt wird, an einen Tisch setzen und diskutieren."

Wer hingegen auf das Ausscheiden Griechenlands und einen weitere Destabilisierung Europas spekuliert, hört mit Freude folgende Aussage Tsipras': "Ich glaube, wir sind in einer Situation wie im Kalten Krieg, wie in den 80er Jahren. Beide Seiten halten Atomwaffen in den Händen. Unsere Kreditgeber besitzen als Atomwaffe die Einstellung ihrer Zahlungen. Wir dagegen drohen damit, die Begleichung unserer Staatsschulden zu stoppen."

Ewartungen KurseBetrachten Sie also Ihre Prognosen und Wünsche zum Wahlausgang in Griechenland im Licht Ihres Engagements an der Börse.

Die Erwartungen zum DAX in drei Monaten sind unentschieden. Etwa eine Hälfte der befragten Marktteilnehmer (40%) setzt weiterhin auf steigende Kurse. Die andere Hälfte (60%) erwartet weiter fallende Kurse beim DAX; vgl. Abbildung. Der DAX hat sich mit seinen Verlusten der letzten Wochen mit Blick auf die Wahl in Griechenland positioniert. Nun warten die Marktteilnehmer ab, was die Wahl bringen wird.

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06.06.2012: Kurzfristig erwarten die befragten Marktteilnehmer weiter fallende Kurse. Ihre Prognosen für den DAX in einem Jahr bleiben allerdings positiv.

Prognosen DaxDer DAX steht aktuell in etwa dort, wo er zu Jahresbeginn gestartet ist. Gestern wurde die Marke von 6000 Punkten von oben durchbrochen. Der Handel wurde gestern mit 5969 Punkten beendet. Die Stimmung am Markt wird zwar als pessimistisch wahrgenommen. Die Prognosen für den DAX fallen jedoch keineswegs so negativ aus, wie man aufgrund der Kursverluste vermuten könnte.

Eine positive Basis ist durchaus vorhanden, denn langfristig erwarten die befragten Marktteilnehmer einen steigenden DAX. Allerdings geht eine deutliche Mehrheit kurzfristig von einem weiter fallenden DAX aus. Aus Sicht der Umfrageteilnehmer befinden wir uns momentan in einer kurzfristigen Abwärtsbewegung. Ein Boden ist nicht in Sicht. Ein DAX von 5000 Punkten liegt für viele im Bereich des Möglichen. Eine anhaltende Baisse wird von den befragten Marktteilnehmern jedoch nicht erwartet.

Insgesamt ist das Marktsentiment weder hoffnungslos noch panisch, sondern weiterhin neutral. Ein irrationales Verhalten ist nicht festzustellen. Jedoch ist zu bedenken, dass eine Bodenbildung erst stattfinden kann, nachdem irrationales Verhalten am Markt zu beobachten ist. Insofern dürften die kurzfristigen Prognosen für den DAX durchaus zutreffen.

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30.05.2012: Die Prognosen für die weitere Zinsentwicklung sind in dieser Woche nochmals gefallen. Die Stimmungslage zu den Zinsen ist damit eindeutig gekippt. Einige Marktteilnehmer unterlagen zuvor vermutlich dem Spielertrugschluss.

Die Umlaufrendite fällt und fällt und fällt. In Prozent ausgedrückt hat die Umlaufrendite im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt 75% verloren. Sie wurde gestern mit 1,26% festgestellt. In der vergangenen Woche wurden sogar Bundesschatzanweisungen mit einem Zinskupon von 0% erfolgreich versteigert. Anleger verzichten also völlig auf Rendite, nur damit sie ihr Geld in Deutschland (vermutlich) sicher anlegen können.
Chart Zinsentwicklung
Zum zweiten Mal hintereinander befindet sich das Sentiment für die Zinsentwicklung auf einen deutlich negativen Niveau. Der Indikator für die Zinsentwicklung auf Sicht von drei Monaten ist in dieser Woche auf 35 Punkte gefallen. Niemand erwartet momentan steigenden Zinsen in den nächsten Monaten. Rund 60% der Umfrageteilnehmer prognostizieren tiefere Zinsen. 40% geben die Prognose ab, dass die Zinsen in Deutschland unverändert bleiben.

Eine bemerkenswerte Entwicklung, denn obwohl die Zinsen schon seit 2008 deutlich fallen (vgl. langfristiger Chart zur Zinsentwicklung vom 25. April), glaubten viele zuvor noch an eine Gegenbewegung oder eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau. Das ist nun vorbei. Die Prognosen für die Zinsen zeigen nach Süden.

Wer bei fallenden Zinsen auf eine Gegenbewegung spekulierte, ist vielleicht Opfer des Spielertrugschlusses (Gambler’s Fallacy) geworden. Die Idee: Was so tief gefallen ist, wird auch wieder steigen. Leider hat sich in an der Börse wiederholt gezeigt, dass so keine Erfolge erzielt werden können. Vielmehr ist der Spielertrugschluss ein empirisch nachgewiesenes Phänomen ist, dem viele Anleger unterliegen. Der Trugschluss liegt in der Erwartung, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Gegenbewegung zunimmt, wenn ein Kurs bzw. der Zins immer weiter fällt.

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  -- > aktuelles Ergebnis zur Zinsumfrage vom 03.10.2012 finden Sie hier

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