Blog zum Marktsentiment

10.10.2012: Nach der abwartenden Haltung in der Vorwoche hat sich das Sentiment für den deutschen Aktienmarkt verschlechtert. Weht nun die schlechte Stimmung die Kursgewinne der letzten Monate fort?

das Sentiment im HerbstDie Stimmung am Markt wird leicht negativ eingeschätzt. Schlecht stellt sich aber vor allem die "eigene Stimmung" dar, wenn die Umfrageteilnehmer an den deutschen Aktienmarkt denken. Der ermittelte Indikator liegt mit minus 71 Punkten (max. minus 100 Punkte) deutlich im negativen Bereich. Vor einer Woche lag der Wert bei minus 33 Punkten.

Insgesamt sind 86% der Umfrageteil-nehmer pessimistisch eingestellt. Die meisten Umfrageteilnehmer (57%) sind skeptisch, der Rest vorsichtig und besorgt.

Was denkst Du? Wie wird sich der DAX entwickeln? Wie ist Deine Stimmungslage zum deutschen Aktienmarkt?

03.10.2012: Die Zinsen in Deutschland bleiben weiterhin sehr niedrig. Trotzdem sehen die befragten Marktteilnehmer langfristig steigende Zinsen.

Steigende Zinsen in einem JahrDas Sentiment zur Zinsentwicklung bleibt unverändert positiv. Es werden steigende Zinsen erwartet. Dies gilt für die Zinsentwicklung in drei Monaten ebenso wie für die Zinsen in einem Jahr.

Der Indikator für drei Monate liegt momentan bei 64 Punkten. Vor allem auf lange Sicht werden deutlich steigende Zinsen erwartet. Der Indikator liegt hier bei 71 Punkten. 71% der befragten Marktteilnehmer gehen von steigenden Zinsen in einem Jahr aus.

Nicht erst seit der Präsident der Europäischen Zentralbank Mario Draghi Anfang September angekündigt hat, die Notenbank werde gegebenenfalls unbegrenzt Anleihen notleidender Eurostaaten aufkaufen, sind die Prognosen für steigende Zinsen hoch. Die Inflationsrate steigt hingegen nur gering. Für September wurde die Inflation im Euroraum mit 2,7% angegeben (Vorausschätzung, EuroStat, 28.09.). Im Vormonat lag die sie nur 0,1%-Punkte darunter.

Solange die Konjunktur weiter abflaut, wird die Inflation auch nicht ansteigen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die Mehrheit der befragten Marktteilnehmer von einer robusten Konjunktur im nächsten Jahr ausgeht. Ein deutlich steigendes Bruttoinlandsprodukt geht in der Regel mit steigenden Zinsen und steigender Inflation einher.

Marktstimmung
26.09.2012: Der DAX legt weiter zu. Er DAX schloss gestern bei 7425 Punkten und stand damit um rund 1,1% höher als in der Vorwoche. Die Marktstimmung wird daher auch überwiegend positiv eingeschätzt. 71% der befragten Marktteilnehmer sehen eine optimistische Marktstimmung am deutschen Aktienmarkt (vgl. Abb.).

Hingegen hält sich der Pessimismus in der persönlichen Einstellung zu dieser Entwicklung hartnäckig. Sie ist im Vergleich zur Vorwoche sogar deutlicher ausgeprägt. 

Weitere Informationen finden Sie im Wochenbericht. Nehmen Sie an den Umfragen teil. So erhalten Sie Zugriff auf die Ergebnisse und das aktuelle Sentiment.

 

19.09.2012: Obwohl sich der DAX deutlich über der Marke vom 7000 Punkten etablieren konnte, hat sich das Sentiment nur leicht verbessert. Die Stimmung unter den befragten Marktteilnehmern ist insgesamt neutral. Kurzfristig werden sogar fallende Kurse beim DAX erwartet.

Wie sich das Sentiment zum DAX im Einzelnen, die Marktstimmung und die Zufriedenheit mit der eigenen Performance in dieser Woche entwickelt haben, lesen Sie im Mitgliederbereich. Registrieren Sie sich hier, damit Sie mehr erfahren.

12.09.2012: Die aktuelle Umfrage hat vor der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum ESM stattgefunden. Offenbar geht die Mehrheit der befragten Markteilnehmer davon aus, dass der DAX eine positive Entscheidung zum Euro-Rettungsschirm schon vorweggenommen hat.

Das Sentiment zum DAX zeigt sich momentan leicht negativ. Die Mehrheit der befragten Marktteilnehmer geht von fallenden Kursen beim DAX aus.

05.09.2012: Tendiert der DAX bis zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts weiter seitwärts? Das kurzfristige Sentiment zeigt negative Erwartungen der Umfrageteilnehmer.

In der nächsten Woche, am 12. September, soll die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum europäischen Rettungsschirm ESM fallen. Bisher haben nach Angaben der Welt-Online bisher 37000 Menschen Klage gegen den Rettungsschirm eingereicht; vgl. dort.
Sentiment am ende der Woche
Verharrt der DAX bis dahin in einer Seitwärtsbewegung? Die Umfrageteilnehmer sehen die kurzfristige Entwicklung des DAX eher skeptisch. Auf die Frage: 'Wo steht der DAX am Ende der Woche?' reagieren alle Umfrageteilenehmer mit einer pessimistischen Erwartung. Niemanden sieht bis dahin einen steigenden DAX.

Dies ist jedoch nur eine Momentaufnahme. Das Sentiment für längerfristige Erwartungen sieht nicht so pessimistisch aus.

In den letzten Tagen bestimmte die EZB und auch die amerikanische Notenbank das Geschehen. Die Marktteilnehmer fragten sich: Wird noch mehr Geld in die Märkte gepumpt, um die Folgen der Schuldenkrise zu mindern? Das würde den Aktienmärkten Aufrieb verschaffen.

Allerdings sind die Märkte in den Sommermonaten kräftig gestiegen, sodass mehr Liquidität meines Erachtens nur eine kurze positive Wirkung auslösen kann.

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29.08.2012: Die Konjunkturerwartungen für Deutschland werden immer pessimistischer. Die Indikatoren von ifo, GfK und ZEW fallen schon seit Monaten.

Das aktuelle Sentiment für den deutschen Aktienmarkt zeigt kein eindeutiges Bild. Der DAX schwankt um die Marke von 7000 Punkten. Aus meiner Sicht fehlen neue Impulse. Daher kamen die aktuellen Umfrageergebnisse zu den Konjunkturerwartungen in dieser Woche ganz recht.

Das entscheidende Ergebnis der Umfragen ist vor allem die klare Übereinstimmung von Wirtschaft, Finanzexperten und Konsumenten. Für die Zukunft gehen alle von einer schwächeren Konjunktur aus. Die neuesten Daten im August bestätigen den Trend der Vormonate. Deutlich zu sehen ist, dass die Konsumenten im Frühjahr noch neutral eingestellt waren. Im Lauf des Jahres haben sich aber auch die Konsumenten den "professionellen" Meinungen von Gewerbe und Finanzexperten angeschlossen.

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Bereits am Montag wurde der ifo-Geschäftsklimaindex veröffentlicht, der als Teilindex die Frage nach den Konjunkturerwartungen beinhaltet. Gestern legte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) nach und veröffentlichte ihren Konsumklimaindex, der ebenfalls die Konjunkturerwartungen als Teilindex erfasst. Der ZEW-Index für die Konjunkturerwartungen wurde bereits am 14. August veröffentlicht.

Dabei unterscheidet sich der jeweils erhobene Konjunkturausblick vor allem in der befragten Personengruppe. Während das ifo-Institut die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands befragt, sind für den ZEW-Index Finanzmarktexperten maßgeblich. Die GfK-Gruppe befragt die Konsumenten in Deutschland.

Die Infografik zeigt "nur" Konjunkturerwartungen. Geschäftsklimaindex und Konsumklimaindex beinhalten weitere Komponenten. Wer mehr über Konjunkturindikatoren erfahren möchte, dem empfehle ich die Seite Wifikon, Unterpunkt Konjunkturindikatoren .

Die Daten in der Infografik sind für das Jahr 2012 standardisiert, sodass die unterschiedlichen Indikatoren gut miteinander verglichen werden können. Um die einzelnen Indikatoren über einen längeren Zeitraum einordnen zu können, finden Sie hier einen Langfristchart der Konjunkturerwartungen von ifo und ZEW 1992 bis 2011.
 

22.08.2012: Die Gestaltpsychologie sagt, dass Gestalten leichter wahrgenommen werden als die Einzelteile, aus denen die Gestalt besteht. Zwei Gestaltgesetze spielen bei der Chartanalyse eine besondere Rolle.

Ein Chart ist eine Gestalt, also ein gedankliches Bild. Wie in der Vorwoche beschrieben, werden in einem Chart jedoch häufig Muster erkannt, die der Wirklichkeit nicht entsprechen; vgl. Chartanalyse und Gestaltpsychologie . Der Grund: Daten und Fakten sind häufig unvollständig und verursachen Unsicherheit. Eine Gestalt ersetzt fehlende Informationen, hilft die aktuelle Lage rasch zu erfassen und führt so zu einem Gefühl der Sicherheit.

Gestaltpsychologen haben viele Gesetzmäßigkeiten gefunden, nach denen unsere Wahrnehmung funktioniert. Zwei Gestaltgesetze spielen bei der Chartanalyse eine wichtige Rolle.

Gesetz der Gruppierung

Schulter-Kopf-SchulterElemente, die einander ähnlich erscheinen, werden als zusammengehörig wahrgenommen. Ein schönes Beispiel dafür ist die Schulter-Kopf-Schulter-Formation, die nach Chartanalysten eine Trendumkehr beschreibt. Die Schulter-Kopf-Schulter - Formation ist ein einleuchtendes Bild, was sich schnell ins Gedächtnis einnistet. Schon das Erkennen dieses Bildes kann ein gutes Gefühl hervorrufen.

Doch überlegen Sie! Was hat solch eine Gestalt mit Angebot und Nachfrage zu tun? Warum sollte eine manchmal zufällige Kursentwicklung solche Bilder hervorbringen?

Die einzige Erklärung ist aus meiner Sicht, dass unser Gehirn sich danach sehnt, diese einleuchtenden Bilder zu erkennen.

Gesetz der guten Fortsetzung

Liniechart Menschen neigen dazu, gerade Linien als gerade Linien fortzusetzen.

Gerne werden in Charts Trendlinien eingezeichnet, die einen Trend visualisieren. Es ist fast selbstverständlich den Trend in die Zukunft fortzuschreiben. In Anleitungen zur Chartanalyse muss nicht mal stehen, dass mit Trendlinien Prognosen erstellt werden können. Nach dem Gesetz der guten Fortsetzung sorgt das Gehirn schon allein dafür, eine Prognose aufzustellen. Doch das kann gefährlich sein. Der Trend könnte allein in Ihrem Gehirn existieren.

Ich frage mich jedoch: Warum sollte sich ein Kursverlauf an solche einer "einfachen" Linie orientieren?

Was zeigt die Abbilung 2 rechts? Die meisten Menschen sehen zuerst zwei sich kreuzende Linien. Es könnten aber auch zwei Pfeile sein, die aufeinander zeigen. Was sehen Sie?

Achten Sie also darauf, was Sie in den Charts lesen. Das Gehirn sucht sich immer einfache Bilder, die schön anzusehen sind. Sie spiegeln aber nicht unbedingt die komplexe Wirklichkeit einer Kursentwicklung wider.

15.08.2012: Der Erfolg der Chartanalyse beruht darauf, dass Menschen Bilder so sehr lieben. Die Gestaltpsychologie wusste schon vor 90 Jahren, dass Bilder täuschen können.

Die Chartanalyse

Die Chartanalyse konzentriert sich ausschließlich auf Kursdaten. Durch die Chartanalyse wird das Ergebnis aus Angebot und Nachfrage von Aktien bzw. eines Index grafisch dargestellt. Charts illustrieren und veranschaulichen Kursverläufe. Das ist ihr großer Vorteil. Ein Chart zeigt jedoch nur die Vergangenheit und kann nicht beantworten, wie die Zukunft aussieht.

Trotzdem werden immer wieder Schlüsse auf künftige Kursentwicklungen gezogen. Die Schlüsse orientieren sich jedoch häufig nur an dem, was wir Menschen wahrnehmen und nicht an den tatsächlichen Informationen.

Die Gestaltpsychologie

Ein Chart besteht in Wahrheit allein aus einzelnen Strichen, die nebeneinander angeordnet sind. Sie sind das physische Urbild, das Rohmaterial für unser Gehirn.

Aus dem Rohmaterial kreiert das Gehirn ein psychisches Bild, eine Gestalt, welche wir als Chartmuster erkennen. Eine Gestalt wird nämlich schneller und leichter erkannt als seine Rohdaten. Menschen bevorzugen Gestalten, weil sie sich danach sehnen, in Rohdaten ein sinnvolles Bild zu erkennen. Aber: Was wir sehen, ist häufig nicht identisch mit den tatsächlichen Rohdaten. 

Auf dieses Phänomen haben Gestaltpsychologen, die bereits in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts aktiv waren, hingewiesen. Besonders häufig tritt diese Phänomen auf, wenn Rohdaten unvollständig sind. Dann werden sie vom Gehirn zu einem vollständigen Bild zusammengesetzt. Das Ganze wird auf diese Weise zu mehr als die Summe seiner Teile. Die Abbildung links zeigt eine Strichanordnung, die das Gehirn zu einem Rechteck ergänzt. Die rechte Abbildung zeigt einen Linienchart. Oder sind es nur Striche?

Beispiel GestaltpsychologieChartanalyse, unterbrochener Linienchart

                              Abb. 1: Striche oder Rechteck?                                                    Abb. 2: Striche oder Chart?

Chartanalysten würden sagen, dass Charts Kursverläufe und Trends sichtbar machen. Aus Sicht der Gestaltpsychologen muss man jedoch sagen, dass Charts die wahren Informationen verschleiern. Daher ist es so gefährlich, der Chartanalyse zu vertrauen. Der Erfolg der Chartanalyse beruht allein darauf, dass das menschliche Gehirn Bilder liebt und schwer erklärliche Rohdaten ablehnt. Menschen erkennen in reinen Kursinformationen Muster, die eigentlich nicht existieren.

Gefahren lauern beim "Erkennen" eines Trends, der gar nicht existiert. Manchmal werden schlechte Unternehmenszahlen ignoriert, weil sie nicht ins Bild passen. Selbst erfahrene Investoren greifen im Zweifel zu einem charttechnischen Hilfsmittel, obwohl sie die Charttechnik eigentlich ablehnen. Hinterfragen Sie also immer wieder Ihre eigenen Bilder.

Welche Gesetzmäßigkeiten der Gestaltpsychologie für die Börse relevant sind, lesen Sie in der nächsten Woche: 'Chartanalyse und Gestaltgesetze '.

08.08.2012: In dieser Woche präsentieren viele deutsche Großkonzerne ihre Zahlen für das zweite Quartal. Nach den ersten Quartalszahlen bleiben die DAX-Unternehmen weiterhin leicht unterbewertet.

marketVote fragt regelmäßig, wie die Unternehmensbewertung der DAX-Unternehmen von den Marktteilnehmern eingeschätzt wird: "Glauben Sie, dass die Gesamtheit aller Unternehmen im Dax zurzeit über- oder unterbewertet ist?"
Chart Unternehmensbewertung
Die Abbildung zeigt das Ergebnis der aktuellen Umfrage. Die DAX-Unternehmen werden im Durchschnitt als "leicht unterbewertet" angesehen. Rund 46% der befragten Marktteilnehmer gehen davon aus, dass deutsche Unternehmen unterbewertet sind. Die häufigste Nennung darunter war "leicht unterbewertet". 27% gehen von einer fairen Bewertung aus. Weitere 27% geben an, dass die Unternehmen überbewertet sind.

Die aktuellen Halbjahreszahlen zeigen positive und neutrale Unternehmensergebnisse.

Nachfolgend finden Sie eine kleine Presseschau zu den Quartalszahlen der vergangenen zwei Tage.

Wie bewerten Sie die aktuellen Quartalszahlen? Schreiben Sie doch einen kurzen Kommentar.

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