Blog zum Marktsentiment

23.01.2013: Das Sentiment zeigt sich in dieser Woche kaum verändert. Die Erwartungen für die nächsten Monate zum DAX bleiben im Minusbereich. Dafür haben in dieser Woche Erwartungen zur Konjunktur positiv überrascht.
Sentimentchart: Erwartungen in drei Monaten
Außer kurzzeitigen Rücktrittsgerüchten um Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat sich beim DAX in der vergangenen Woche nicht viel getan. Die Börse in Deutschland tendierte seitwärts und beendete den Handel gestern knapp unterhalb der Marke von 7700 Punkten.

Insgesamt hat sich auch am Sentiment nicht viel verändert. Die Erwartungen für die nächsten Monate sind weiterhin deutlich negativ. Der errechnete Indikator liegt bei rund 27 Punkten. Zur Erinnerung: Der mittlere Wert liegt bei 50 Punkten; vgl. Abbildung. Weitere Ergebnisse zum Sentiment finden Sie im Mitgliederbereich.

Gestern legte das ZEW überraschend positive Konjunkturerwartungen vor: Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sind im Januar 2013 um 24,6 Punkte gestiegen und stehen nun bei 31,5 Punkten. Dies ist der höchste Wert des Indikators seit Mai 2010 teilt das ZEW mit. Dies zeigt, dass die befragten Finanzmarktexperten keine Konjunkturabkühlung sehen.

Wie das ZEW meint, dürfte zu dem Ergebnis beigetragen haben, dass sich die Unsicherheit der Märkte bezüglich der Zukunft der Eurozone vorerst reduziert hat. Trotzdem ist zu beachten, dass der Wert von 24,6 Punkten in etwa 'nur' dem mittleren Wert dieses Indikators entspricht. Ein weiterer Anstieg des Indikators liegt also im Bereich des Möglichen.

09.01.2013: Bisher kann der DAX seine Jahresanfangsgewinne behaupten. Das Sentiment hat sich jedoch deutlich verschlechtert. DAX, mach mal Pause - wird sich so manch einer denken.

Deutscher Aktienmarkt: Wochenrückblick

Gleich nach Silvester hat der DAX aufgrund der vorläufigen Einigung im US-Haushaltsstreit einen deutlichen Sprung nach oben gemacht. Mit Leichtigkeit übersprang er 7700 Punkte und knabberte im Tagesverlauf an der Marke von 7800 Punkten. Seitdem bröckeln die Kurse langsam ab. Gestern schloss der DAX mit 7695 Zählern.

Das Jahr 2012 war eines der besten Jahre der jüngsten Vergangenheit. Damit hatten die Wenigsten gerechnet und so macht sich derzeit der Wunsch breit, dass der DAX ruhig 'mal eine Pause machen könnte. Genau diese Stimmungslage ist gut an den erhobenen Sentimentdaten abzulesen.

Sentiment: Analyse zum deutschen Aktienmarkt

Sentiment DAX 2013Die Erwartungen für den DAX in drei Monaten sind deutlich gefallen. 83% der Befragten auf marketVote glauben an einen Rückgang der Kurse in den nächsten Monaten. Der abgebildete Sentiment-Indikator fällt auf knapp 21 Punkte. Auch auf längere Sicht hat das Sentiment deutlich eingetrübt. Man könnte meinen, der DAX steht vor einer großen Abwärtswelle. Auch die eigene Stimmung steht auf ‚Vorsicht‘.

Die Stimmung am Markt wird hingegen positiv gesehen. Auch die Zufriedenheit ist durchschnittlich positiv. Zufriedenheit, die aufgrund von Gewinnen zustande gekommen ist, hat vielleicht kürzlich zu Gewinnmitnahmen geführt.

Daher sollte eine Korrektur anstehen … ‚sollte‘: Das Wort ist mit bedacht gewählt. ‚Der Markt soll fallen‘, mag sich der eine oder andere denken, denn nur so besteht die Chance, günstig wieder einsteigen zu können.

Hinter den deutlich negativen Erwartungen zum DAX verbirgt sich also die Hoffnung, wieder einsteigen zu können. Die Stimmung am Markt wird schließlich positiv gesehen. Leider machen Aktienkurse selten das, was sie sollen.

19.12.2012: Insgesamt sind die Signale für Börse und Konjunktur widersprüchlich. Was bietet sich zu Weihnachten in solch einem Fall an? Zurücklehnen, abwarten und die Weihnachtszeit genießen.

Heute Vormittag veröffentlichte das Ifo-Institut aus München den Geschäftsklimaindex. Er beruht auf einer Umfrage von rund 7000 Unternehmen. Ich persönlich beobachte besonders den Sub-Index Geschäftserwartungen, da hier die Frage nach der Zukunft gestellt wird. Die Erwartungen zur Konjunktur sind zum zweiten Mal in Folge angestiegen. Der Index erreicht einen Wert von 97,9 Punkten.

Signale Konjunkturerwartungen

Die Abbildung zeigt die langfristige Entwicklung der Geschäftserwartungen des Ifo-Index, welche monatlich erhoben werden – orange Kurve. Gleichzeitig sind auch die Konjunktur-Erwartungen, welche durch das ZEW (Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) erhoben werden, abgetragen*). In der vergangenen Woche zeigte sich auch hier ein ähnliches Ergebnis.

"Die Unternehmen sind in froher weihnachtlicher Erwartung", schreibt das Institut heute auf seiner Webseite. Ich habe auch schon klarere Aussagen aus dem Ifo-Institut gehört. Letztlich spiegelt die Aussage die aktuelle Lage zur Konjunktur und auch zur Börsenstimmung wieder.

Wir befinden uns im Niemandsland zwischen Advent und Neujahr. Auch wenn der Ifo-Index einen Anstieg verzeichnet, pendelt er doch um die Marke von 100 Punkten, dem mittleren Wert. An der Börse ist die Stimmung zwar gut, doch viele trauen dem Aufschwung am Markt nicht recht. Viele Befragte auf marketVote erwarten fallende Kurse für das erste Quartal im neuen Jahr.

Insgesamt sind die Signale für Börse und Konjunktur widersprüchlich. Was bietet sich zu Weihnachten in solch einem Fall an? Zurücklehnen, abwarten und die Weihnachtszeit genießen. Frohes Fest.

--
*) beide Zeitreihen sind standardisiert und pendeln somit um die Nulllinie.

05.12.2012: Seit November hat der DAX ordentlich Boden gut gemacht und stieg von rund 7000 auf knapp 7500 Punkten. Eine Weihnachtsrallye ist damit noch nicht garantiert.

Weihnachtsrallye fraglich

Sieht man sich die Ergebnisse der aktuellen Umfrage an, so glauben die wenigsten Umfrageteilnehmer an einen weiteren Aufschwung. Auf kurze Sicht erwarten die Meisten keine weiter steigenden Kurse. Im Gegenteil: 67% erwarten bis zum Ende der Woche fallende Kurse. Auch bei der Frage nach mittelfrisitgen Erwartungen sieht das Sentiment nicht besser aus.

Dieses Ergebnis ist fast schon eine nonkonformistische Einstellung an der Börse. Immerhin gilt eine Weihnachtsrallye bei einigen Experten fast als ausgemachte Sache. Gerne wird in diesem Zusammenhang von einer sich selbsterfüllenden Prophezeiung gesprochen. Sich selbst erfüllenden Prophezeiungen gibt es an der Börse immer nur dann, wenn sich Marktteilnehmer der Prophezeiung nahezu unbewusst sind.

Die sich selbst erfüllende Prophezeiung ist kein Perpetuum mobile für Börsengewinne

Bei einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung wird unsere Erwartung zur Wirklichkeit. Und zwar, weil wir Bedingungen schaffen, die dafür sogen, dass eine Erwartung eintritt. Doch leider können wir an der Börse keine Bedingungen schaffen.

Bei der sich selbst erfüllende Prophezeiung geht es um Vorurteile. Beispielsweise nehmen wir tendenziell an, dass schöne Menschen weitere sozial erwünschte Eigenschaften haben. Daher verhält man sich schönen Menschen gegenüber auch eher freundlich und nett. Als Reaktion verhalten sich die schönen Menschen dann in gleicher Weise freundlich und nett. Diesen Effekt hat Synder bereits 1977 in einem Experiment nachgewiesen.

Bedingungen an der Börse sind zum Beispiel Unternehmenszahlen, Liquidität oder das Sentiment. Sie können wir nicht beeinflussen. Das Einzige, was wir tun können, ist die Bedingungen so gut wie möglich abzuschätzen. Ob die Weihnachtsrallye kommt, hängt also von den Marktbedingungen ab. Die Mehrheit der Umfragteilnehmer auf marketVote glaubt nicht an eine Weihnachtsrallye.

28.11.2012: Die aktuelle Befragung zeigt, dass DAX-Unternehmen als leicht überbewertet angesehen werden.

Umfrage: Aktienmarkt überbewertetEin Blick auf die Einschätzung der Unternehmensbewertung zeigt eine skeptische Haltung. Immer mehr Befragte auf marketVote gehen von einer leichten Überbewertung der im DAX notierten Unternehmen aus. Wie die Abbildung zeigt, sind 67% der Befragten der Meinung, dass eine Überbewertung vorliegt.

OECD-Wirtschaftsausblick, Ausgabe 2012/2 | OECD Free preview | Powered by Keepeek Digital Asset Management Solution Hier spiegeln sich offenbar schlechtere Konjunkturprognosen wider. Heute meldete sich die OECD zu Wort und malt ein sorgenvolles Bild des Wachstums im OECD-Raum (Nordamerika, Euro und weitere Staaten). „Der Euroraum wird wohl weit bis in das Jahr 2013 in der Rezession bzw. in der Nähe einer Rezession verharren“, schreibt die OECD in ihrem Bericht, den Sie hier einsehen können.

21.11.2012: Da die langfristigen Prognosen positiv sind, erwartet die Mehrheit auch keinen durchschlagenden Einbruch an der deutschen Börse.
Börsenprognosen DAX
Der DAX bewegt sich seitwärts und hält sich oberhalb der Marke von 7000 Zählern. Doch wie wird es weitergehen? Die Prognosen zur langfristigen Entwicklung des DAX befinden sich im leicht positiven Bereich. Der ermittelte Indikator liegt mit einem Wert von 62,5 Punkten oberhalb des mittleren Niveaus von 50 Punkten.

Obwohl einige Umfrageteilnehmer mittelfristig von einem Rückgang des DAX ausgehen, erwartet die Mehrheit also keinen nachhaltigen Einbruch an der deutschen Börse.

Bemerkenswert ist allerdings, dass diese langfristige Prognose bereits seit fünf Wochen steigt - Woche für Woche verbessert sich die langfristige Erwartung der Umfrageteilnehmer (vgl. Abbildung, seit Kalenderwoche 42).

Ob sich diese Verbesserung in den Börsenprognosen kurzfristig im DAX wiederfindet, muss jedoch abgewartet werden.

14.11.2012: Das Stimmungsbarometer des ZEW für die Konjunktur in Deutschland droht in den nächsten Monaten weiter abzutauchen. Der DAX könnte durch einen Strudel schlechter Nachrichten mit nach unten gerissen werden. 

Stimmungsbarometer, ZEWBestimmen momentan die Sorgen um die Konjunktur die Entwicklung beim DAX? Ein Blick auf ein aktuelles Stimmungsbarometer des ZEW hilft, eine Antwort zu finden. Dabei geht es mir heute um die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage für Deutschland.

Diese Umfrage führt das ZEW Monat für Monat unter Finanzmarktteilnehmern durch. Die Ergebnisse für November wurden gestern veröffentlicht. Der aktuelle Wert liegt bei 5,4 Punkten (vgl. Abbildung oben).

Alles Zufall?

Anfang Juni 2012 hatte der DAX seinen letzen Boden ausgebildet. Fast zur gleichen Zeit, Ende Mai 2011, erreichte das konjunkturelle Stimmungsbarometer mit 44,1 Punkten seinen höchsten Wert. Kann das ein Zufall sein? Seitdem verschlechterte sich die aktuelle Lageeinschätzung stetig und zugleich stieg der DAX über viele Wochen an - auch das ein Zufall?

Aktienmärkte steigen durch Erwartung, dass sich die konjunkturelle Lage bald wieder verbessern wird. Das war die These. In dieser Situation befand sich der Dax seit Sommer 2012 (vgl. Abbildung unten). Nun sind Zweifel aufgekommen, ob die These noch Gültigkeit besitzt. Stimmungsbarometer und DaxDenn zunehmende Konjunktursorgen vermehren sich und machen die ursprüngliche These irgendwann unhaltbar. An der Seitwärtsbewegung des DAX der letzten Wochen sind die Zweifel abzulesen.

Das bedeutet: Schwache Konjunkturdaten wirken sich momentan direkt auf den Aktienmarkt in Deutschland aus. Die Frage lautet momentan, wie sich die Konjunktur in der nächsten Zeit entwickeln wird. Beobachten Sie die konjunkturelle Entwicklung genau.

Am 23. November veröffentlicht das ifo Institut das nächste wichtige Stimmungsbarometer - den Geschäftsklimaindex für Deutschland.

---
Zeitrahmen für beide Charts: September 2011 bis heute

07.11.2012: US-Investment-Banker könnten nach der Wahl von Obama enttäuscht sein. Sentiment für den DAX weiterhin leicht pessimistisch.

Sind Investment-Banker nach Obamas Sieg enttäuscht?

„Die besten Zeiten liegen noch vor uns“, sagte Obama heute Nacht in seiner ersten Rede nach der Wiederwahl. Gilt das auch für die Wall-Street und damit für den deutschen Aktienmarkt? Die Wirtschafts-Woche berichtete gestern, dass knapp 80% US-amerikanischer Investment-Banker und Vermögensverwalter glauben, dass Romney der bessere Mann für den US-Aktienmarkt gewesen wäre. Sie trauten US-Aktien unter Romney mehr Potenzial zu als mit Obama.

Sind nun 80% der Investment-Banker und Vermögensverwalter enttäuscht worden? Immerhin waren die Chancen für die Wahl von Romney nicht aussichtslos. Der eine oder andere Investor wird also auf einen Sieg von Romney spekuliert haben. Der Sieg von Obama könnte nun also Verkäufe auslösen, da 80% der Investment-Banker und Vermögensverwalter einen anderen Wahlausgang erwarteten.

Kurzfristiges Sentiment beim DAX

Die Frage nach dem DAX zum Ende der Woche beantworteten die meisten Umfrageteilnehmer auf marketVote pessimistisch. Der Sentiment DAXWert fiel auf 35 Punkte. Der mittlere Wert liegt bei 50 Punkten. Insgesamt sind für den DAX 57% der Umfrageteilnehmer kurzfristig negativ eingestellt. Offensichtlich erwartet die Mehrheit nach der Wahl des US-amerikanischen Präsidenten einen Rückgang der Kurse.

Wenn nun US-amerikanische Investment-Banker und Vermögensverwalter enttäuscht wurden und zugleich deutsche Marktteilnehmer ebenfalls pessimistisch sind, wohin bewegen sich dann die Kurse? Die Frage ist letztlich, ob viele Marktteilnehmer schon vor der US-Wahl aus den Märkten ausgestiegen sind?

Da allerdings am deutschen Aktienmarkt die Kurse seit Wochen seitwärts tendieren, dürfte die Zahl der Verkäufer nicht sonderlich groß sein. Oder haben etwa alle schon verkauft? Was denken Sie?

31.10.2012: Die Einschätzung der eigenen Stimmung durch die Umfrageteilnehmer in den letzten Wochen zeigt eine deutliche Zunahme der Skepsis und eine Abnahme der Zuversicht. Ich frage mich: Wer soll jetzt noch kaufen?

Das Sentiment hat sich im Vergleich zur Vorwoche nur geringfügig verändert. Spannend ist in dieser Woche vor allem folgendes Phänomen. Wie im abgebildeten Chart deutlich zu erkennen ist, hat die Skepsis für eine positive Entwicklung am deutschen Aktienmarkt merklich zugenommen.

Sentiment Skepsis und ZuversichtDer Chart beginnt im Juli 2011 (Kalenderwoche 29) und zeigt die relativen Häufigkeiten. Damals gab es keine skeptischen Einschätzungen der eigenen Stimmungslage in Bezug auf den deutschen Aktienmarkt. Seit der DAX seinen Aufwärtstrend Anfang September 2012 jedoch beendete, hat die Skepsis stetig zugenommen. Heute liegt der Wert bei rund 62 Punkten.

Gleichzeitig hat die Zuversicht für einen weiteren Anstieg des DAX deutlich abgenommen. Im benannten Zeitraum sind die Nennungen für "zuversichtlich" seltener geworden. Der Indikator fiel von gut 30 auf 10 Punkte.

Die Kurvenverläufe sind geglättet, um wöchentliche Schwankungen zu eliminieren. Die Linien im Chart sind jeweils der gleitende Durchschnitt der letzten vier Wochen.

Die Kurse sind in den letzten Monaten deutlich gestiegen. Wenn nun alle skeptisch sind, frage ich mich: Wer soll dann noch kaufen? Verbirgt also hinter zunehmender Skepsis und einer abnehmenden Zuversicht ein leises Warnzeichen für eine anstehende Abwärtsbewegung?

24.10.2012: Heute so, morgen so. Stimmungsänderungen an der Börse hängen nicht nur von Nachrichten und Unternehmensmeldungen ab. Vielmehr schwankt die Börse, weil Marktteilnehmer Menschen sind, die heute gut und morgen schlecht gelaunt sind.

Börsenschwankungen

BörsenstimmungIst die Börse in "guter Stimmung", sind Anleger zufrieden und kritische Unternehmensmeldungen werden als nicht so gravierend angesehen. Kursrückgänge werden als Konsolidierungen beschrieben. Hat die Börse hingegen "schlechte Laune", erscheinen auch positive Nachrichten manchmal bedrohlich und düster. Nebensächliche negative Nachrichten werden überbewertet und Abwärtsbewegungen werden zu Abwärtstrends. Im übrigen ist die aktuelle Stimmung eindeutig pessimistisch, denn die meisten Umfrageteilnehmer sind skeptisch was einen weiteren Anstieg beim DAX angeht (vgl. Abbildung rechts).

Doch nicht jede Abwärtsbewegung ist gleich eine Konsolidierung oder ein Abwärtstrend. Vielmehr liegt es in der Natur der Börse, dass sie schwankt. Fast unbemerkt treibt die Börse im Laufe eines Tages, einer Woche oder Monats mehrmals von einer Stimmungslage in die andere. Manchmal ist die Stimmung besorgt, skeptisch und gedämpft. Im nächsten Moment ist die Stimmung zuversichtlich, heiter und gelassen. 
 
Dies macht es manchmal schwer, Ruhe zu bewahren und die Börsenentwicklung objektiv zu betrachten. Doch Stimmungsschwankungen der Börse sind ein wertvoller Indikator der aktuellen Stimmung an der Börse. Wer die Stimmung richtig deutet, kann davon profitieren.
 

Börsenschwankungen hängen von menschlichen Stimmungen ab

Häufig werden Stimmungsveränderungen an der Börse als Reaktion auf ein bestimmtes Ereignis beschrieben. Zum Beispiel: "Die Stimmung an der Börse verschlechtert sich, weil der DAX gefallen ist.“
 
BörsenschwankungDabei hängen Stimmungsschwankungen weniger von Nachrichten und Unternehmensmeldungen ab, als manch einer denkt. Vielmehr ist die Ursache ein vielschichtiges Bündel aus unzähligen Meinungen und persönlichen Stimmungen einzelner Menschen.
 
Der Fondsmanager fragt sich: "Wie viel Geld habe ich heute zur Verfügung um Aktien zu kaufen?" Investoren hinterfragen ihre neutrale Haltung: "Wie lange haben wir die Börse "nur" beobachtet und untätig zugesehen?" Bei einem Privatanleger entsteht durch eine negative Performance Stress, der ihn zu einer Order treibt. Seine persönliche Stimmung ist dabei Teil der Entscheidungsfindung.

Psychologen haben herausgefunden, dass die Stimmung eines Menschen weniger von äußeren Ereignissen abhängt. Stimmungsänderungen haben viel mit dem körperlichen Zustand einer Person zu tun. Ob ein Mensch müde, hungrig oder gestresst ist, beeinflusst seine Stimmung erheblich.
 

Der inneren Antrieb der Börse

Tausende Stimmungen, Meinungen und Entscheidungen treiben täglich die Börse an. Sie sind die Ursache der Börsenstimmung und ihr innerer Antrieb.
 
Diese inneren Antriebskräfte der Börse sind nicht zu durchschauen. Hinzu kommt, dass sich Käufer und Verkäufer an der Börse beeinflussen. Wechselwirkungen treten auf. Erste Käufer locken zusätzliche Käufer hervor. Steigt die Zahl der Käufer weiter, ruft das erste Verkäufer auf den Plan. Dadurch wird das Treiben an der Börse noch undurchsichtiger.
 
Die Börsenstimmung schwankt, weil ihr ein komplexer innerer Antrieb zugrunde liegt. Nachrichten und Unternehmensmeldungen sind keinesfalls die einzigen Entscheidungsfaktoren für einen Kauf oder Verkauf.  Entscheidungen an der Börse hängen zu einem Großteil von der persönlichen Situation einzelner Marktteilnehmer und deren Stimmung ab. Die Börse schwankt wie die Stimmungen der Menschen, die an ihr handeln.
 
Was meinen Sie? Welchen Einfluss haben Stimmungen auf das Marktgeschehen? Diskutieren Sie mit.

Inhalt abgleichen
Es finden keine Befragungen mehr statt.