Blog zum Marktsentiment

10.04.2013: Der deutsche Aktienindex fällt und die Zufriedenheit unter den Umfrageteilnehmer nimmt zu. Wie passt das zusammen?

Hinter uns liegt eine spannende Woche. Während der Dow Jones Index noch Rekordstände erreichte, musste der DAX einen deutlichen Rückschlag hinnehmen. Gestern beendete der Deutsche Aktienindex den Handel bei 7638 Zählern.
Performance Sentiment
‚Zufrieden‘ bedeutet in diesem Zusammenhang die Zufriedenheit der Umfrageteilnehmer mit ihrer Performance. Wenn sie mit ihrer Performance zufrieden sind und der Markt gefallen ist, können sie den Kursverlust beim DAX nicht mitgemacht haben. Das heißt, sie hatten bereits vorher einzelne Positionen mit Gewinn verkauft. Realisierte Gewinne machen froh. Der Rückgang des deutschen Leitindex bestätigte ihre Einschätzung, was die Zufriedenheit natürlich erhöht.

Was bringt die Zukunft? Warum nicht den Markt von außen beobachten und erstmal abwarten? Immerhin liegt vor uns die Bilanzsaison deutscher Unternehmen.

Vermutlich werden die Bilanzahlen positiv ausfallen. Doch bei den Ausblicken könnte es zu einigen Überraschungen kommen. Das DIW senkte heute seine Wachstumsprognose für Deutschland. Insgesamt sieht das Institut den deutschen Konjunkturmotor positiv, doch die schwache Wirtschaftsleistung im Euroraum gibt dem Institut Anlass zur Sorge.

03.04.2013: Ist Zypern nur ein Sonderfall? Der Dax hat sich trotz Zypern-Krise in der vergangenen Woche gut gehalten. Das Sentiment tendiert leicht unter null.

Zypern, Zypern, Zypern
Das Thema dominierte die Medien und den letzten Tagen. Nun soll das Land 10 Milliarden Euro von anderen Eurostaaten und dem IWF als Überbrückungskredit erhalten. Als Gegenleistung soll gespart, gekürzt und Steuern erhöht werden.

Wichtiger für Europa und die europäischen Aktienmärkte ist in meinen Augen die Regelung, vermögende Anleger mit 37,5 Prozent ihrer Einlagen oberhalb der 100.000,- Euro-Grenze zur Kasse zu bitten. Wird hier nicht ein Präzedenzfall geschaffen? Wenn der Staat keine andere Möglichkeit mehr hat, greift er direkt in die Tasche seiner Bürger.

Kann auch bei uns eine ähnliche Situation entstehen? Alle sind sich einig: „Zypern ist ein Sonderfall“ (Schäuble, Junker oder der Bundesverband der deutschen Banken). Was soviel heißt wie „bei uns ist es anders.“ Bei uns wird niemand an das Vermögen der Bürger gehen. Aber trotzdem: Die Vorstellung ist in der Welt und in den Köpfen der Menschen. ‚Auch wenn die Wunde behandelt wurde, die Narbe bleibt.‘

Was wird passieren, wenn der nächste Staat um europäische Rettungskredite bittet?

Der DAX

Die deutsche Börse hat sich in der Zypern-Phase erstaunlich gut geschlagen. Anleger sehen offenbar keinen Grund, an der Rettungskompetenz der europäischen Führung zu zweifeln. Der DAX hat durch die Zypern-Entscheidung keine neue Richtung bekommen. Er bleibt knapp unterhalb von 8000 Zählern. Sentiment-Index-WocheGesten schloss der Leitindex mit 7944 Zählern. Vor einer Woche lag der DAX knapp ein Prozent tiefer.

Das Sentiment
Die aktuellen Prognosen für den DAX am Ende der Woche haben sich deutlich verbessert. Offenbar sehen viele Umfrageteilnehmer eine Stabilisierung, nach dem die Maßnahmen für Zypern bekannt gegeben wurden. Zugleich ist an diesem Sentiment-Index abzulesen, dass ein Kurseinbruch in diesen Tagen kein Thema ist. Die Crash-Propheten sind trotz Zypern leiser geworden.

Lesen Sie hier weiter, um mehr über die aktuellen Sentiment-Indizes zu erfahren.

27.03.2013: Union Investment führt in regelmäßigen Abständen eine Umfrage zum Anlegerverhalten durch. Obwohl die befragten Personen optimistisch sind, wollen die wenigsten Anleger Aktien kaufen.

Das Ergebnis zum Anlegerverhalten wurde zuletzt vor zwei Tagen veröffentlicht. 46% der von Union Investment befragten Personen erwarten steigende Aktienkurse, teilte die Investment Bank mit. Das ist der höchste Wert seit knapp zwei Jahren und spricht für eine optimistische Grundeinstellung von Privatanlegern bei der Union Investment. Erwähnt werden muss, dass nicht nur aktienaffine Anleger befragt wurden, sondern 500 'Finanzentscheider' in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren. Deshalb kann man 46% als ein optimistisches Ergebnis bezeichnen.

Die Investment Bank schreibt weiter, dass sich der Optimismus jedoch nicht auf das Verhalten der Privatanleger auswirkt. Obwohl die Anleger erwarten, dass es an den Aktienmärkten in den nächsten Monaten aufwärts gehen wird, wollen nur wenige in Aktien oder Aktienfonds investieren. Gaben vor zwölf Monaten noch 54% der Befragten an, Aktien oder Aktienfonds zu besitzen, waren es im Februar 2013 nur noch 46%.

Die Privatanleger sind also optimistisch für DAX & Co, investieren aber trotzdem nicht in Aktien oder Aktienfonds. Wer nicht investiert ist, erwartet im Grunde genommen auch keine steigenden Kurse. Aus meiner Warte sehe ich daher in dem Umfrageergebnis ein Anlegerverhalten, was kaum für einen stetigen Aufschwung spricht. Kaufen viele Privatanleger Aktien, bilden sie ein gutes Fundament für einen stabilen Aufschwung. 

Im Mitgliederbereich finden Sie die aktuellen Sentiment Indizes von marketVote.

13.03.2013: In einem Beitrag vor zwei Wochen, war ich auf drei wenig Gewinn versprechende Verhaltensweisen eingegangen: unbestimmt sein, zögern und aufgeben. Heute gehe ich auf die dahinterliegende Psychologie ein. Sie erhalten einen Einblick, wie Sie diese Haltungen an der Börse vermeiden können. Mein Tip: Halten Sie Ihr Engagement im Gleichgewicht.

Der erste Hinweis ist einfach. Tun Sie einfach das Gegenteil von dem, was keinen Erfolg verspricht - vgl. Artikel. Seien Sie nicht unbestimmt und formulieren Sie klare Ziele. Zögern Sie nicht, wenn Sie verkaufen sollten. Geben Sie nicht auf, wenn die Kurse sich nicht so entwickeln wie Sie erwartet hatten. Überarbeiten Sie lieber Ihre Strategie und hinterfragen Sie Ihre Ziele und sich selbst.

Das ist leicht gesagt. Doch wie können Sie es schaffen, Absichten erfolgreich umzusetzen? Dazu betrachte ich drei psychologische Merkmale.

Selbstdisziplin ist gut

SelbstdisziplinEinige Experten schwören auf Selbstdisziplin. Sie nennen es auch mentale Stärke oder Tradingdisziplin. Psychologen nennen es Selbstkontrolle. Es geht darum, eine Sache durchzuziehen. Dabei verengt man sein Bewusstsein auf das Erreichen eines Anlageziels oder einer Tradingabsicht. In der Tat müssen Emotionen zurückgestellt werden.

Stellen Sie sich vor, Sie besitzen eine Aktie und haben sich vorgenommen, sie bei einem Rückgang von 15% zu verkaufen. Erreicht nun der Wert diese Stoppmarke, müssen sie diszipliniert handeln. An dieser Stelle ist es notwendig, Hoffnungen auf einen schnellen Wiederanstieg auszuschalten. Auch ein automatisch ausgelöster Stopp muss keine Rettung sein. Oft genug hörte ich von einem sofortigen Wiedereinstieg, nachdem der Stopp ausgelöst wurde.

Emotionen sind auch gut

Emotionen beim TradingWenn sich Ihr Depot positiv entwickelt, dann müssen Sie nicht diszipliniert sein. Sie können sich entspannt zurücklehnen oder mit Begeisterung Ihre Strategie optimieren. Menschen brauchen Emotionen wie die Luft zu atmen.

Positive Emotionen sind notwendig um eine erfolgreiche Investition in Ihrem Erfahrungsschatz abzuspeichern. Haben Sie eine Aktie mit Gewinn verkauft, sagt Ihnen Ihre Freude: ‚Hier habe ich etwas richtig gemacht.‘ Sie erfahren wie es läuft und reichern Ihren Erfahrungsschatz an.

Auch negative Gefühle, die durch einen Verlust verursacht wurden, dienen dazu den Erfahrungsschatz anzureichern. Nur so kann ein Anleger wirklich dazulernen und wahre Erfahrungen sammeln.

Gleichgewicht ist besser

Manch einer wird nun fragen: Was soll ich tun? Emotionen ausschalten oder sie einschalten?

Die Schwierigkeit und auch die Kunst erfolgreich zu handeln liegt darin, im richtigen Moment umschalten zu können - umschalten von einem entspannten Zustand in eine disziplinierte Handlungsweise.

Gleichgewicht beim TradenWer in der Lage ist, die eine oder andere Haltung im richtigen Moment zu aktivieren, besitzt eine Voraussetzung, um erfolgreich an der Börse zu agieren. Leider ist das leichter gesagt als getan. Alle Menschen bringen bestimmte Grundhaltungen mit. Der eine handelt eher im Einklang mit seinen Emotionen und aus seinem Erfahrungsschatz heraus. Der andere handelt zielgerichtet und erfolgsorientiert wie ein automatisches Handelssystem. Überlegen Sie also zuerst, wie Ihre Grundhaltung aussieht.

Wer über beide Haltungen verfügt - Selbstdisziplin und Zugang zu seinem Erfahrungsschatz, besitzt eine erste Voraussetzung für langfristigen Erfolg an der Börse. Die zweite Voraussetzung, die Kunst im richtigen Moment umzuschalten zwischen Handlung und Emotionen, ist nicht minder wichtig.

Nur so ist es möglich, sich und somit sein Börsenengagement im Gleichwicht zu halten.

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Die Ausführung basieren auf dem Buch von Martens & Kuhl:
'Die Kunst der Selbstmotivierung' (Kohlhammer 2011)

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27.02.2013: An der Börse ab und zu Gewinne zu erzielen, ist einfach. Schwerer ist es, mit Verlusten umzugehen. Anleger unterscheiden sich darin, wie sie mit Verlusten umgehen.

Haben Sie schon einmal Verluste an der Börse gemacht? Ein jeder - egal ob Anleger, Investor, Quant oder Trader - der dies abstreitet, hat entweder Glück gehabt oder sein Erfolg unterliegt seltsamen Mächten, die Normalsterbliche nicht erklären können.

An der Börse machen Menschen Fehler, weil sie sich in ein riskantes Umfeld begeben. Schnell findet man sich in Schwierigkeiten wieder, mit denen man nicht gerechnet hat. In diesen Situationen erscheinen verborgene Verhaltensmuster, die Einfluss nehmen auf Ihren Erfolg an der Börse.

Hier finden Sie drei Haltungen, die ich bei Anlegern, Tradern und anderen Börsianern in Gesprächen beobachtet habe. Sie gehen auf Professor Julius Kuhl und den Berater und Coach Jens-Uwe Martens zurück. Ich habe die 'Haltungen' für Anleger, Trader und alle anderen Börsianer mit einigen Beispielen versehen.

Die Unbestimmten

unbestimmte und ohne ZielDie Unbestimmten haben keine eindeutigen Ziele. Sie steigen einfach in den Markt ein, ohne sich über kommende Gewinne oder Verluste Gedanken zu machen. Es fehlt ihnen ein wohldefiniertes Ziel, bspw. eine persönliche Rendite, die sie anstreben. Ein anderes Ziel könnte die Vermeidung von Verlusten sein.

Ohne Ziele sind sie darauf angewiesen, dass andere ihnen einen Anstoß geben. Die Unbestimmten sind in besonderem Maße von dem abhängig, was Gurus sagen und die Marktstimmung vorgibt. Sie kaufen ohne nachzudenken. Noch schwieriger ist es für Sie, aus dem Markt auszusteigen. Sie steigen daher aus, wenn die Masse verkauft.

Die Zögerer

Zögerer haben Zielvorstellungen. Die Verfolgung ihrer Ziele wird jedoch immer wieder aufgeschoben. Ich kenne selbst ernannte Trader, die schon seit Jahren an dem perfekten Handelssystem basteln und noch keinen Trade durchgeführt haben. Immerhin: Wer nicht investiert, kann auch nicht verlieren.

Schwieriger wird es für Zögerer, wenn die Börse beginnt zu fallen und sie im Aktienmarkt engagiert sind. Obwohl sie das Ziel haben bei - sagen wir 15% Verlust - auszusteigen, schieben sie dieses Vorhaben auf. ‚Erst mal gucken, dann mal sehen‘ sagen sie sich. Sie beobachten die Kursverluste weiter und verschieben den Ausstieg Woche für Woche.

Die Aufgeber

Aufgeber steigen gern in den den Aktienmarkt ein, denn sie haben ein klares Ziel - machmal gar eine Vision. Jedoch sind sie bei den ersten negativen Nachrichten wieder draußen. Für sie trifft in besonderem Maße zu, Gewinne nicht laufen zu lassen. Lieber nehmen sie einen kleinen Gewinn mit, als auf eine große Bewegung zu spekulieren. Schwer tun sie sich mit hoher Volatilität. Ihr Engagement am Aktienmarkt geben sie bei hoher Volatilität auf. Nach einigen Kursverlusten an der Börse kehren sie ihr schnell wieder den Rücken.

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Haben Sie eines dieser Muster schon einmal bei anderen oder Ihnen beobachtet? Eine Haltung zu erkennen ist der erste Schritt sie zu verändern. Andere Möglichkeiten, wie Sie Ihre Haltung verändern können, lesen Sie hier .

20.02.2013: Das aktuelle Ergebnis des ZEW-Index zeigt, die Konjunkturerwartungen steigen über die Einschätzung der aktuellen Lage. Das ist Wiederherstellung der Normalität. Auch für Anleger ist der ZEW-Index interessant.

BIP und ZEW-Index

Das Bruttoinlandsprodukt ging im vierten Quartal 2012 im Vergleich zum Vorquartal um 0,6% zurück. Dies teile das Statistische Bundesamt vergangenen Donnerstag mit. Einen dieserart deutlichen Rückgang beim BIP wurde nicht erwartet. Gerade deshalb freuten sich Anleger gestern über positive Konjunkturerwartungen, welche das ZEW bekannt gab.

Die ZEW-Konjunkturerwartungen steigen deutlich um knapp 17 Punkte auf gut 48 Punkte (vgl. Abbildung 1). Offenbar glauben viele Finanzmarktexperten, dass sinkende Konjunkturzahlen schon bald wieder der Vergangenheit angehören. Der DAX stieg aufgrund der positiven Erwartungen um rund 1,6% auf 7752 Punkte. Vor einer Woche stand er bei 7660 Zählern.

ZEW Konjunkturerwartungen und aktuelle Lage

Jedoch zeigt der Blick auf die Erhebung der 'aktuellen Situation' durch das ZEW keine Verbesserung. Dieser Index fiel leicht auf 5,2 Zähler. Das Ergebnis spiegelt eher die Zahlen zum BIP wieder und bestätigt, dass die aktuelle Lage nicht rosarot ist.

Wie schätzen Sie die aktuelle Lage der Konjunktur ein? Diskutieren Sie mit.

Die Konjunktur steigt nur mit Hoffnung

Ohne Hoffnung kann eine Wirtschaft nicht wachsen. Zuletzt war es der Psychologe Daniel Kahneman, der das in einem Interview mit der NZZ auf den Punkt brachte: Optimismus ist der Antriebsmotor des Kapitalismus . Das die Konjunkturerwartungen positiver sind als die aktuelle Lage ist psychologisch gesehen positiv. Hoffnungen müssen der Situation vorausgehen. Insofern ist mit dem Ergebnis die Normalität wieder hergestellt.

Seit August 2010 bestand die ungewöhnliche Situation, dass die Konjunkturerwartungen schlechter waren als die Einschätzung der aktuellen Lage. Mit dem gestrigen Ergebnis der ZEW-Konjunktur-Indikatoren blieben die Erwartungen zum zweiten Mal hintereinander über den Einschätzungen zur Konjunkturlage.

Die Normalität wurde wieder hergestellt. Jetzt müssen wir nur noch warten, bis die Konjunktur wieder dreht.

ZEW-Index aus quantitativer Sicht

Aus dem Blickwinkel eines Anlegers betrachtet, ist das Ergebnis nicht uninteressant. Immer dann, wenn die Konjunkturerwartungen deutlich unterhalb der Lageeinschätzung waren, wurde es kritisch für den deutschen Aktienmarkt.

Die Abbildung zeigt beide Indikatoren in einer Kurve von 1992 bis heute: Erwartungen minus 'aktuelle Lage‘. Dieser Chart zeigt seine tiefsten Ausprägungen in 2007 und 2011. Und wann fiel der DAX mehr als deutlich? 2007 und 2011. Der aktuelle Wert für die Differenz liegt bei 43,0 Punkten.

ZEW-Index: Situation und Erwartungen zur Konjunktur

13.02.2013: Die Kurse steigen mit der Angst im Nacken und beginnen zu sinken, wenn die Hoffnung am größten ist. Diese alte Börsenweisheit führte mich zu der Idee, Angst und Hoffnung an der Börse zu messen. Hier sehen Sie erste Ergebnisse. Diskutieren Sie mit.

Angst und Hoffnung sind in meinem Augen zwei entscheidende Antriebe von Marktteilnehmern. Insbesondere kommen sie zum Tragen, wenn ein Marktteilnehmer bereits im Markt investiert ist.

Ein hohes Angstniveau entsteht, wenn die Kurse nicht so laufen wie erhofft. Dieses Szenario wird in die Zukunft fortgeschrieben. Man nimmt einen weiterhin schlechten Kursverlauf vorweg. Vor allem wenn Angst erlebt wird, unterstützt die Angst die Neigung, die aktuelle Lage in die Zukunft fortzuschreiben. Zugleich möchte man dieser Situation entgehen. Wer Angst hat, neigt dazu alles verkaufen zu wollen. Auch wer zu den Gewinnern zählt, kann zu Angst neigen.

Hoffnung ist ebenfalls eine geistige Vorwegnahme einer angenehmen Situation. Sie führt zu Mut in den Markt einzusteigen und zur Antizipation von Stolz in der Hoffnung auf Gewinne.

Die ersten Ergebnisse sind hier zu sehen. In einem Abstand von vier Wochen wird Angst und Hoffnung bei den Umfrageteilnehmern anonym erfasst.

Sentiment Chart AngstSentiment Chart Hoffnung

Das erste auf den Charts zu erkennende Ergebnis ist aus dem November 2012. Der letzte Wert wurde im Zeitraum der vergangenen vier Tage erhoben. Die Antworten sind auf einer zehnstufigen Skala möglich - von keine Angst bis hohe Angst bzw. Hoffnung. Dabei werden nur die Teilnehmer in die Auswertung einbezogen, die angeben, im Markt investiert zu sein.

Das Angst-Sentiment scheint sich nur seitwärts zu bewegen. Die Hoffnung auf steigende Gewinne hat in den letzten Monaten kontinuierlich abgenommen. Bedenkt man, dass sich der DAX seit Dezember 2012 seitwärts bewegt, ist dies ein interessantes Ergebnis.

Betrachten Sie die Charts. Welcher Indikator könnte besser geeinigt sein, Börsenentwicklungen zu spiegeln und Prognosen abzuleiten? Sind Angst und Hoffnung gute Indikatoren?

Zugegebenermaßen ist es schwierig, Angst durch eine einfache Frage zu erfassen, denn der Angst entgeht der Mensch gerne. Zunächst ist man sich ihr gar nicht bewusst und verdrängt sie. Auch kann ein Anleger sie durch neue Hoffnung ersetzten oder einfach alles verkaufen – wodurch sich die Angst natürlich auflöst. Möglicherweise wird sich herausstellen, dass die Hoffnung der bessere Indikator ist.

Diskutieren Sie mit.

06.02.2012: Das Sentiment auf marketVote hat sich weiter verbessert. Es bleibt jedoch noch unterhalb des neutralen Niveaus.

Gestern schloss der DAX mit 7665 Zählern. Was viele Umfrageteilnehmer vor zwei Wochen erwarteten ist nun eingetroffen. Der DAX hat in den letzten Tagen Punkte verloren. Von seinem Top Ende Januar gerechnet, sind das rund 200 Zähler weniger. In Prozent ausgedrückt entspricht das 2,5% - nicht die Welt, wie ich meine. Geht es also weiter abwärts?
Sentiment DAX
Die Erwartungen für die nächsten drei Monate sind weiter gesteigen. Der Indikator liegt bei 45 Zählern. Das neutrale Niveau liegt bei 50. Im Gegensatz zu vor zwei Wochen gehen 'nur noch' 55% von einem fallenden Aktienmarkt  in den nächsten Monaten aus. Auf der Seite der Optimisten sind es 45%. Auch sind sich die meisten Umfrageteilnehmer einigermaßen sicher in ihrer Einschätzung. Insgesamt sind die Erwartungen jedoch leicht negativ.

Was sagen in dieser Woche die anderen Sentiment-Indikatoren? Lesen Sie weiter ...

30.01.2012: Die Stimmung am Markt ist positiv, die Anleger sind trotzdem vorsichtig. Seit einigen Wochen hält sich eine Stimmungslage, die sich als gute Erklärung für die steigenden Kurse aufdrängt.

Auf marketVote wird zum einen die Einschätzung des Marktes erfragt. Wie sehen sie die Marktstimmung? Ist sie eher zuversichtlich oder skeptisch - optimistisch oder pessimistisch? Das Ergebnis zeigt, wie die Stimmung am Markt wahrgenommen wird. Zum anderen werden die Umfrageteilnehmer gefragt, wie sie ihre eigene Stimmung einschätzen. Überwiegt bei den befragten Marktteilnehmern der Optimismus oder Pessimismus.

Hartnäckig hält sich seit einigen Wochen eine optimistische Einschätzung für den Aktienmarkt in Deutschland. Gleichzeitig ist jedoch die eigene Stimmungslage leicht pessimistisch. Die befragten Marktteilnehmer sind vorsichtig oder besorgt, denn der Markt scheint immer weiter zu steigen.

In der Abbildung sehen Sie die beiden Indikatoren in einem Chart seit Juni 2011 (KW 24) bis heute.

Anleger Stimmung

Aber ist das nicht genau jene Stimmungslage, welche die Kurse beim DAX aktuell immer weiter steigen lässt? Mit einem leichten Pessimismus wandern die Märkte Schritt für Schritt nach oben. Die positive Marktstimmung lockt weitere Käufer an und die Pessimisten am Markt verkaufen sicherheitshalber erstmal. Kurze Zeit später steigen sie wieder ein, weil die Marktstimmung positiv bleibt.

Die Stimmung positiv, die Anleger vorsichtig. Liegt in dieser Konstellation nicht der Treibstoff für Trends, die weiter anhalten als die meisten Anleger glauben?

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