Blog zum Marktsentiment

03.07.2013: DAX in den verganenen Tagen stabil. Das Sentiment knickt aber leicht ab.

Sentiment DaxDie Kurve des DAX verlief in den letzten fünf Tagen seitwärts. Zu Buche steht ein kleiner Wochengewinn von genau 100 Punkte. Dabei konnte er die Marke von 8000 Punkten nie halten.

Das Sentiment, hier gemessen an den Erwartungen für den DAX zum Ende der Woche, hat sich leicht verschlechtert. Es fiehl von neutralen 53 Punkten auf einen negativen Wert von 43 Punkte.

Der DAX hatte seinen letzten Höhepunkt im Mai 2013. Und auch die Erwartungen für drei Monate erreichten im Mai 2013 ihren höchsten Wert. Der DAX hat für die Mehrheit wieder den Rückwärtsgang eingelegt.

Weitere Sentiment-Indikatoren finden Sie hier.

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Zeitachse in Kalenderwochen

26.06.2013 Der DAX hat zuletzt mehr als 5% Kursverluste hinnehmen müssen. Zugleich steigen die Zinsen. Wer allerdings einen Zusammenhang zwischen Zinsentwicklung und Aktienkursen annimmt, liegt falsch.

Rückblick
Rund fünf Prozent hat der DAX in den zurückliegenden fünf Börsentagen verloren. Die Marke von 8000 Punkten wurde ohne zu zögern durchstoßen. Der DAX schloss gestern bei 7811 Zählern. Die Sorgen über eine mögliche Verknappung der US-Geldpolitik sowie chinesische Konjunkturdaten wurden als Gründe angeführt.

Jetzt wird offen von einer Zinswende gesprochen. Und tatsächlich: Die Umlaufrendite hat bemerkenswert zugelegt. Heute liegt sie bei 1,48 Prozent. Vor nur acht Wochen streifte sie die Linie von 1,00 Prozent.

Zusammenhang von Zinsen und Aktien

Wer aber nun meint, dass der Aktienmarkt fällt, wenn die Zinsen steigen, dürfte enttäuscht sein. Die von mir errechnete Korrelation zwischen DAX und Umlaufrendite im Zeitraum 2011 bis heute beträgt nur magere -0,18. Bei einem Wert von null besteht überhaupt kein Zusammenhang. Der größtmögliche Zusammenhang läge bei 1,0.
Zinsen und Aktien
Die Darstellung der beiden Kurven von DAX und Umlaufrendite offenbart Folgendes: Anfang 2011 stiegen die Zinsen und der DAX fällt tatsächlich. Hier trifft der oftmals vermutete Zusammenhang von Zinsen und Aktienmarkt zu. In der zweiten Jahreshälfte 2011 läuft der DAX allerdings seitwärts, obwohl die Zinsen fallen. Als die Zinsen 2011 weiter abtauchen, fällt auch der DAX – und zwar deutlich. Zinsen und der deutsche Aktienmarkt fielen Hand in Hand.

Für die zurückliegenden Monate, also Sommer 2012 bis heute, ist zu erkennen, dass die Zinsen auf niedrigem Niveau seitwärts liefen. Gleichzeitig verbuchte der DAX deutliche Kursgewinne.

Ich will nicht ausschließen, dass der Zusammenhang langfristig gegeben ist. Für kurzfristige Spekulationen im DAX hilft ein Blick auf die Zinsen wenig.

Wie sich DAX und Umlaufrendite seit 1991 entwickelt haben, können Sie hier nachlesen.

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Standardisierte Daten um beide Kurven in einer Grafik übereinanderlegen zu können.

19.06.2013: Vor einer Änderung der Geldpolitik hat der Markt Respekt. Die meisten Umfrageteilnehmer prognostizieren kurzzeitig fallenden Kurse.

DAX und Konjunktur

Seit dem kurzzeitigen Einbruch des DAX am vergangenen Donnerstag ging es langsam wieder aufwärts. Auch gestern konnte der DAX kleine Kursgewinne verbuchen und schloss mit 8230 Punkten. Gestern diente bspw. dem Manager-Magazin der ZEW-Index als Erklärung für den Anstieg.

Ich kann jedoch an einem ZEW-Index, der von 36,4 im Mai auf jetzt 38,5 Punkte gestiegen ist, kein positives Signal erkennen. Die konjunkturelle Sentiment verläuft meines Erachtens seitwärts.

Entscheidend ist jedoch die heutige Sitzung der amerikanischen Notenbank FED. Um 14:00 Uhr soll die Entscheidung über weitere Liquiditätshilfen veröffentlicht werden. Werden die Geldschleusen in naher Zukunft ein wenig schmaler sein? Und wenn das eintreten sollte – irgendwann wird es so kommen – werden die Märkte sich davon beeinflussen lassen?
Sentiment Analyse: DAX am Ende der Woche
Sentiment

Daher ist die Frage nach dem DAX am Ende dieser Woche heute besonders spannend. Das Ergebnis ist eindeutig. Deutlich mehr als die Hälfte der befragten Marktteilnehmer geht von tieferen Kursen aus.

Die wenigsten Umfrageteilnehmer erwarten also steigende Kurse. Der dazugehörige Index liegt mit minus 48 Punkten mehr als deutlich im Stimmungstief.

Allerdings muss ich hinzufügen, dass die längerfristige Sentiment Analyse ein anderes Ergebnis zeigt.

12.06.2013: Trotz eines momentan schwierigen Umfeldes hat sich die Stimmungslage unter den Umfrageteilnehmern von pessimistisch auf neutral verbessert.

Der DAX steht heute dort, wo er auch vor fünf Börsentagen stand. Die teilweise begeisterte Stimmung nach dem Überschreiten der 8000-Punkte-Marke ist nun endgültig verflogen. Der DAX schloss gestern bei 8.222 Punkten. Er musste in den letzen drei Wochen fast täglich ein Stück von seinen Gewinnen abgeben.

Wo steht das Sentiment heute?

DAX-Index Insgesamt hat sich das Sentiment leicht verbessert und liegt im Durchschnitt im neutralen Bereich. Die negativen Erwartungen aus der vergangenen Woche konnten sich nicht halten.

So sind die Erwartungen für die kommenden drei Monate gestiegen. Für die nächsten Monate kommt ein wenig Hoffnung auf, dass die Abwärtsbewegung nur eine kurzzeitige Konsolidierung sein könnte. Auch der DAX-Index, welcher die Sicherheit der Einschätzungen miteinbezieht (Erläuterung hier), liegt mit 16 Punkten noch nahe an der neutralen Linie - vgl. Abbildung.

Weitere Umfrageergebnisse finden Sie hier

Trotz einer gestiegenen Umlaufrendite und trotz der vor der Tür stehend Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur EZB-Krisenpolitik und trotz der Auseinandersetzungen in der Türkei bleiben die Finanzmarkteilnehmer im Schnitt neutral gelassen.

05.06.2013: Der Nikkei fällt und fällt. Das Sentiment zum DAX hat sich in dieser Woche eingetrübt. Die Erwartungen der Befragten haben sich eindeutig verschlechtert.

Weitere Kursverluste beim Nikkei

Der Nikkei verliert weiter. In den letzten zwei Wochen hat er rund 16 Prozent abgegeben. Der weitere Rückgang von knapp vier Prozent am heutigen Mittwoch könnte Anlass zur Sorge sein. Immerhin betrug die Korrelation zwischen DAX und Nikkei im vergangenen Jahr rund 80 Prozent. Das liegt vor allem daran, dass Nikkei und Dax in den letzten Monaten Hand in Hand gestiegen sind. Und geht es nun gemeinsam abwärts? Kann der Nikkei den DAX in die Tiefe ziehen?

Sentiment Analyse zum DAX

Der DAX hält sich tapfer über der Marke von 8000 Punkten. Zugleich steigt er nicht mehr weiter und die Stimmung verschlechtert sich.

Die Seelenverfassung unter den Umfrageteilnehmer auf marketVote hat sich in dieser Woche deutlich eingetrübt. Die Erwartungen für drei Monate sind von 41 Punkte auf aktuell 32 Punkte gefallen. Der neutrale Wert liegt bei 50 Punkten. Selbst auf Jahressicht hat der Indikator verloren und liegt bei 47 Punkten.

Möglicherweise sehen einige Befragte ein Überschwappen der Kursverluste in Japan auf andere Weltbörsen. Die gesunkenen Erwartungen für den deutschen Aktienmarkt werden so verständlich.

Doch nicht alle Indikatoren zeigen nach Süden. Wie sich die Marktstimmung, die Zufriedenheit und der neue DAX-Index entwickelt haben, lesen Sie hier.

29.05.2013: Ich möchte heute einen neuen Index vorstellen, der in Kürze auf marketVote zur Verfügung steht. Aktuell befindet sich dieser Sentiment-Index im positiven Bereich.

Der neue Index
Auf marketVote versuche ich, das Sentiment nicht nur durch die Erwartungen zu erfassen. Ich nutze weitere Merkmale, wie die Stimmung und Zufriedenheit, um ein ganzheitliches Bild der Marktstimmung zu liefern. Ein weiterer Schritt in diese Richtung soll durch die Veröffentlichung eines Indikators zum deutschen Aktienmarkt vollzogen werden. Genau gesagt dreht es sich um einen Index, da er sich aus mehreren Komponenten zusammensetzt.

Dieser neue Index für den deutschen Aktienmarkt wird aus zwei Meinungen berechnet. Zum einen aus den Erwartungen zum DAX und zum Zweiten aus der Meinungsstärke. Mit Meinungsstärke ist die Einschätzung gemeint, wie sicher sich ein Umfrageteilnehmer bei der Einschätzung seiner  Erwartung ist. Die Kurzformel lautet:

Meinungsstärke

Der Index weist besonders hohe Werte aus, wenn Marktteilnehmer steigende Kurse erwarten und sich zugleich sehr sicher bei ihrer Prognose sind. Der Index fällt tief, wenn die Umfrageteilnehmer fallende Kurse erwarten und sich dabei sicher sind.

Erwarten Marktteilnehmer steigende Kurse und sind nicht sicher bei ihrer Prognose, bleibt der Wert des Index aufgrund der Multiplikation beider Werte nahe der Nulllinie. Die Idee ist es, auf diese Weise übertriebene Erwartungen am Markt zu aufzuspüren.

DAX-IndexUmfrageerbebnisse (DAX in einem Jahr)
Ich habe diesen Index einige Monate zurückgerechnet und als Chart abgebildet. Hier sehen Sie das aktuelle Ergebnis der Erwartungen zum DAX in einem Jahr von Juli 2012 bis heute.

Aktuell liegt der Wert des Index bei 36,1 Punkten. Damit liegt der Wert in etwa in der Mitte seiner bisherigen Höchst- und Tiefstpunkte. Das Sentiment für den DAX in einem Jahr ist demnach leicht positiv. Die einzelnen Indikatoren 'Erwartungen' für ein Jahr und drei Monate sowie die Meinungsstärken finden Sie im Mitgliederbereich.

Der Index hatte seinen Tiefpunkt im März 2013 (zwei Wochen unter Null). Wer damals in den Markt eingestiegen wäre, hätte die nachfolgenden Kursgewinne mitnehmen können. Dies soll jedoch nur als Beispiel dienen, wie der Indikator funktionieren soll.

Statistisches
Die oben erwähnte Kurzformel ist statistisch gesehen eine Produktsumme. Produktsummenmodelle werden sehr häufig zur Messung von Einstellungen verwendet, um sie besonders sicher zu erfassen. Die von mir benutzte Formel für den DAX-Index geht auf ORTH (1985) und DOHMEN (1985); vgl. HERKNER zurück.

Die Formel lautet:

Produktsumme

e: Erwartung der Umfrageteilners; b: Meinungsstärke; n: Anzahl der Umfrageteilner; s: jeweilige Standardabweichung

08.05.2013: Historische Tage liegen hinter uns. Der Leitzins fällt auf 0,5 Prozent und der DAX erreicht ein neues Allzeithoch und übersprang seine alten Hochpunkte aus den Jahren 2000 und 2007. Die Medien feiern den DAX. Doch ist das Sentiment wirklich so positiv?

Die Stimmung am Markt scheint überaus positiv. Die großen Medien sprechen vom Gipfelstürmer (ARD), Rekordjagd (FAZ) und Turbo-Dax (Bild). Die Marktstimmung wird durch die Umfrageteilnehmer daher auch zu 80% als optimistisch beschrieben.

Aber ist das Sentiment wirklich so rosig? Anders als beim Dow Jones ist der Ausbruch beim DAX noch keineswegs signifikant. Der Sprössling ist gerade seinem Samen entwachsen.

Sentiment Analyse zum DAX auf AllzeithochDie Umfrageteilnehmer sehen die Lage durchschnittlich auch nicht so positiv. Auf Sicht von drei Monaten erwarten sie leicht fallende Kurse. Der Indikator für drei Monate liegt bei gut 43 Punkten (vgl. Abbildung*). Von optimistischen, gar überoptimistischen Erwartungen ist unter den Teilnehmer nichts zu spüren. Die Marktteilnehmer lassen sich nicht von den Medien anstecken und bleiben cool.

Dies ist jedoch kein negatives Signal. Im Gegenteil. Aktienkurse klettern bei einer vorsichtigen Haltung am stabilsten nach oben. Ohne Zweifel kann es keine steigenden Aktienkurse geben. Sollte der DAX die alten Höchststände deutlich hinter sich lassen, wäre das jetzige Sentiment ein guter Nährboden für weiter steigende Kurse.

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*) Abbildung: gleitender Durchschnitt für 4 Wochen, neutrale Mitte bei 50 Punkten

01.05.2013: Die Berichtssaison ist in vollem Gange. Die Quartalszahlen sind bislang gemischt ausgefallen. Die Interpretation der Unternehmenszahlen durch die Umfrageteilenehmer auf marketVote fällt leicht negativ aus.

Die Deutsche Bank hat positiv überrascht und nach der Bekanntgabe Ihrer Quartalszahlen rund acht Prozent gewonnen. Auch BASF überraschten am Freitag positiv und gewannen fast vier Prozent.

Fresenius Medical Care hingegen hat gestern deutlich verloren, da die Quartalszahlen enttäuschten. Bei Bayer gab es zwar auch eine leichte Enttäuschung. Die Kursverluste hielten sich in Grenzen und blieben unter einem Prozent. Daimler verdiente deutlich schlechter und gab zudem eine Gewinnwarnung für das aktuelle Jahr bekannt.
Berichtssaison Unternehmen 2013
Die Umfrageergebnisse

Was sagen nun die Umfrageteilnehmer auf marketVote zu dieser Situation? Offenbar sind die schlechten Ergebnisse deutlicher im Gedächtnis haften geblieben als die positiven Überraschungen.

Die auf marketVote erhobenen Meinungen zur Unternehmensbewertung sind leicht stiegen. Der hierzu ermittelte Index stieg von rund 50 Zählern (Umfrage vor vier Wochen) auf knapp 60 Punkte. Das bedeutet, eine leichte Mehrheit sieht heute eine leichte Überbewertung deutscher Großkonzerne; vgl. auch Abbildung.

Dieses Umfrageergebnis spricht gegen steigenden Kurse, denn ein überbewerteter Markt baut in der Regel seine Überbewertung wieder ab. Allerdings sollten zwei Faktoren berücksichtigt werden: Zum einen ist diese eingeschätzte Überbewertung näher an einem neutralen Wert, als dass man von einer definitiven Überbewertung sprechen kann. Zum Zweiten stehen noch einige Quartalszahlen ins Haus.

Ich bin gespannt auf die nächsten Ergebnisse in der aktuellen Berichtssaison. Was denken Sie? Werden die kommenden Quartalszahlen schlechter oder besser als erwartet ausfallen?

24.04.2013: In meinem ersten Artikel zu Sell in May (hier) hatte ich am Ende einen eher rätselhaften Chart eingefügt. Doch geschah das in der Absicht, anzudeuten, dass die Sell-in-May-Strategie möglicherweise nicht zu beweisen ist. Hier nun der 2. Teil zu dieser Börsenregel. 

In dem folgenden Chart habe ich den durchschnittlichen Verlauf über die Jahre 1988 - 2012 abgebildet (wiederum DAX-Kursindex). Hinzugefügt habe ich die für einen Monat beste Performance (obere, orange Line) und die jeweils schlechteste Performance in einem Monat (untere, graue Linie). Der Mittelwert aus den Monaten wird in dieser Grafik also von der bestmöglichen und schlechtesten Performance eingerahmt.

Spannweite DAX

An den Prozentzahlen, welche den Gewinn und Verlust abbilden, ist deutlich zu erkennen, dass die Spannweite erheblich ist. Wer also nicht die vergangenen 25 Jahre nach dieser Regel gehandelt hat, sondern einfach 'mal so die Sell-in-May-Strategie ausprobiert hatte, kann großes Glück gehabt haben oder auch ordentliche Verluste eingefahren haben. Wenn überhaupt ist diese Anlagestrategie nur für sehr langfristige Anlagen möglich. Dies zeigt auch die folgende Tabelle.

DAX: Saisonale Anlagestrategie

In ihr sind alle Monatsergebnisse des DAX-Kursindex zu erkennen. Grün sind jene Gewinne gekennzeichnet, die größer 5 Prozent sind. Denn immerhin will man ja ein wenig verdienen und Gebühren müssen ja auch erstmal verdient werden.

Die Tabelle zeigt, dass sich Durststecken über mehrere Jahre erstrecken können. Beispielsweise im recht erfolgreichen Börsenmonat November konnte in den letzten sieben Jahren kein Monatsgewinn über 5 Prozent erzielt werden.

Statistische Analyse

Doch letztlich ist die entscheidende Frage ist, ob die Performance statistisch nachgewiesen werden kann. Um es vorwegzunehmen: Die Ergebnisse sind bescheiden.

Um zu überprüfen, ob die einzelnen Monate statistisch signifikant sind, habe ich mich einiger statistischer Prüfverfahren bedient. Dazu nutzt man Testverfahren, welche prüfen, ob ein durchschnittlicher Gewinn (bspw. der Februar mit 1,3 Prozent) ausgesprochen deutlich ist oder ob er zufällig zustande gekommen sein könnte. Bei der Berechnung spielt die Schwankungsbreite (ähnlich der Volatilität) eine entscheide Rolle.

Ich habe zwei Prüfverfahren benutzt. Der sogenannte t-Test* offenbarte, dass alle Ergebnisse der Monate Januar bis September zufällig zustande gekommen sein könnten. Allein die Monate November und Dezember weisen so deutliche Gewinnraten auf, dass von einem signifikanten Effekt gesprochen werden kann. Allerdings zeigt meine zweite Überprüfung nach Duckworth & Wyatt (1958), kein einziges signifikantes Ergebnis für einen Monat. 

Signifikant fpr November und Dezember

Trotz der bescheidenden Ergebnisse wird diese Vorgehensweise manchmal als Anlagestrategie angepriesen, teilweise sogar Börsenweisheit bezeichnet. Der Erfolg dieser Börsenregel kann also nur darauf beruhen, dass sie relativ einfach umzusetzen ist. Häufig wird dabei die Schwankungsbreite nicht berücksichtigt. Sie ist aber entscheidend, wenn es darum geht, die Güte einer Strategie zu überprüfen.

Insgesamt konnte ich also keine Beweise dafür finden, im Mai zu verkaufen. Für die Monate November und Dezember fand ich nur schwache und widersprüchliche statistische Beweise.

* Anmerkungen zur Statistik: T-Test: Fehlerwahrscheinlichkeit: 5%, zweiseitig; Duckworth & Wyatt (1958): Testverfahren auf ordinalem Skalenniveau, zweiseitig

* Das berechnete Ergebnis bezieht sich allein auf den DAX-Kursindex im Zeitraum 1988 – 2012

17.04.2013: Sell in May: eine alte Börsenregel, die immer wieder gerne zitiert wird. Die einfachsten Börsenweisheiten sind immer noch die besten, sagt man. Doch ist die Börsenregel nur so erfolgreich, weil sie so einfach zu verstehen ist oder ist auch die dahinterstehende Strategie eine, die Gewinne verspricht?

Schon immer wollte ich mir dieses Phänomen genauer ansehen. Da nun der Mai vor der Tür steht, ist dies eine gute Gelegenheit eine kleine Untersuchung durchzuführen. In einem ersten Teil werde ich heute die Idee im Einzelnen darstellen.

Um die Daten zu überprüfen, greife ich auf den Dax seit Januar 1988 bis Dezember 2012 zurück. Das sind genau 25 Jahre. Grundlage meiner Analyse sind die monatlichen Schlusskurse des DAX (Quelle: Deutsche Bundesbank .

Performance- oder Kursindex

Meine erste Überlegung galt der Frage, auf welchen DAX man sich beziehen soll. Eine saisonale Strategie ist eine Frage des Timings und eine Strategie für Trader und Quants und weniger für fundamentale Investoren.

Der bekannte DAX-Performanceindex wird in diesem Fall durch die Dividenden verfälscht. Daher halte ich den DAX-Kursindex, welcher die Kursbewegungen ohne Dividenden abbildet für geeigneter. Es muss jedoch bedacht werden, das sich die Dividenabschläge beim DAX-Kursindex negativ auswirken. Dies gilt insbesondere für die Monate April und Mai.

Die Strategie - ein Rückblick

Strategie im MaiEine Aufteilung des deutschen Aktienindex nach Monaten ergibt eine auf den ersten Blick beeindruckende Performance des DAX Kursindex – insbesondere im April, Oktober, November und Dezember, vgl. Abbildung 1.

Auch insgesamt hat der DAX in den letzten 25 Jahren deutlich zugelegt. Angenommen, ein Anleger wäre den vollständigen Zeitraum von 1988 bis 2012 konsequent im DAX investiert gewesen, dann hätte er einen Gewinn von gut 200 Prozent erzielt. (gemessen am DAX Kursindex).

25 Jahre ist ein langes Zeitfenster. Daher ist es sinnvoll, den durchschnittlichen Gewinn pro Jahr zu ermitteln. So wird das Ergebnis mit andern Anlageformen vergleichbar. Hierzu wird der Mittelwert aller Monate gebildet. Es ergibt sich folgende jährliche Performance für die Monate ...

DAX: Sell in May pro Jahr

Der durchschnittliche Jahresgewinn hätte pro Jahr 8,1 Prozent betragen. Ein ausgesprochen gutes Ergebnis, vergleicht man es mit dem aktuellen Zinsniveau in Deutschland.

Sell in May

„Sell in May, but remember to come back in September“ lautet die vollständige Börsenregel. Um die Performance über 25 Jahre zu verbessern, müsste ein Anleger die Monate Juni bis September aus seiner Strategie streichen.

Und tatsächlich verbessert sich das Ergebnis deutlich. Wer in den letzten 25 Jahren die Monate diszipliniert Juni, Juli, August und den September ausgespart hatte, hätte seine Performance deutlich gesteigert: Ingesamt auf gut 300% Prozent bzw. auf gut 12% pro Jahr. Das ist ein beeindruckendes Resultat - oder?

Vorabprüfung

Um eine erste Überprüfung durchzuführen, habe ich einfach alle 25 Jahre des DAX in einem Chart einzeln übereinandergelegt.

Sell in May Strategie

Was erkennen Sie? Ich erkenne nichts! Es gibt keinen augenscheinlich erkennbaren Trend. Müsste sich nicht das Muster aus den vorangegangenen Abbildungen ansatzweise wiederfinden?

Die Frage ist damit: Macht es überhaupt Sinn der saisonalen Strategie 'Sell in May' zu folgen, danach zu handeln oder zu traden? Dieser Frage werde ich nächste Woche im 2. Teil nachgehen.

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